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Die Flut im Balkan forderte mehrere Todesopfer.

Dutzende Tote, zerstörte Häuser

Nach Balkan-Flut: Angst vor Seuchen und Minen

Belgrad - Dutzende Tote, zerstörte Häuser - das Hochwasser auf dem Balkan hat verheerende Folgen. Und es lauern neue Gefahren: Die bosnischen Behörden warnen vor dem Ausbruch von Seuchen - und vor Landminen.

Die bosnischen Behörden haben wegen des Hochwassers auf dem Balkan vor dem Ausbruch von Seuchen und hochgespülten Kriegsminen gewarnt. Bei steigenden Temperaturen könnte von Tierkadavern verunreinigtes Wasser zu Krankheiten wie Typhus oder Hepatitis führen, sagte der Leiter des Gesundheitsamts in Sarajevo am Montag dem bosnischen Fernsehen.

Mehr als 40 Todesopfer

Bislang kamen bei den Fluten in Bosnien-Herzegowina, Serbien und Kroatien mehr als 40 Menschen ums Leben. Tagelanger Regen hatte die Überschwemmungen ausgelöst. Die Minenaktionszentren (MAC) in den drei Ländern stellten ein Team zusammen, das die Gefahr durch Sprengkörper aus dem Krieg in den 90er Jahren einschätzen soll.

Das MAC in Sarajevo warnte, die Minen könnten von Wasser und Schlamm hochgespült und fortgetragen werden. Eine Mine sei auch nach Jahren noch eine tödliche Gefahr, selbst wenn der Zündmechanismus feucht geworden sei. „Es gibt keine nicht-tödliche Mine“, sagte Sasa Obradovic vom MAC am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Das Hochwasser habe auch Schilder zerstört, die vor den Sprengkörpern warnen, erläuterte Obradovic.

Balkan-Flut: Bilder der Zerstörung

Balkan-Flut: Bilder der Zerstörung

Allein in Bosnien-Herzegowina liegen laut MAC noch etwa 120 000 Landminen aus dem Krieg zwischen Serben, Kroaten und Muslimen. Die Gegenden um Doboj und Olovo in Bosnien-Herzegowina, die besonders vom Hochwasser betroffen sind, seien noch stark vermint. In Kroatien wird die Zahl der Sprengkörper auf 13 000 geschätzt.

In Serbien bereiteten sich die Menschen auf eine weitere Flutwelle vor. Millionen weitere Sandsäcke wurden entlang der Sava in Orten wie Sabac, Mitrovica, Belgrad und Obrenovac aufgestapelt. In der Nacht zum Montag hatten die Befestigungen gehalten. Etwa 7000 der 25 000 Einwohner Obrenovacs in der Nähe von Belgrad mussten vorsorglich ihre Häuser verlassen.

Deutsche Helfer im Einsatz

Bei dem Hochwasser sind auch deutsche Helfer im Einsatz. Vom Technischen Hilfswerk (THW) laufen in Serbien in der Region Kolubara in der Nähe eines Tageabbaus für Kohle seit Sonntag Großpumpen. Der Einsatz sei zunächst für zwei Wochen geplant, sagte THW-Sprecherin Georgia Pfleiderer.

Erdrutsche zerstörten in Serbien und Bosnien bislang Hunderte Häuser. Weitere Erdrutsche sind möglich. In Bosnien waren nach Angaben des Nachrichtenportals klix.ba am Montag noch Dutzende Straßen nicht zu passieren. In Tschechien und Polen dagegen entspannte sich am Montag die Lage.

dpa

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