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Die rheinland-pfälzische Kulturministerin Doris Ahnen (SPD), der Landesarchäologe Axel von Berg (l), der Leiter der Landesarchäologie Speyer, Ulrich Himmelmann, und der Direktor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), Thomas Metz (r), schauen sich in Mainz einen Silberteller und eine Schale des "Barbarenschatzes" an.

Großes Aufsehen

„Barbarenschatz“: Finder wehrt sich gegen erstes Urteil

Frankenthal - Der Entdecker des „Barbarenschatzes“ bleibt dabei: Er wollte den spektakulären Fund abgeben. Vor dem Landgericht Frankenthal wehrt sich der Mann gegen eine Verurteilung wegen Unterschlagung.

Er hatte einen spätantiken Schatz gefunden und wehrt sich gegen den Vorwurf der Unterschlagung:

Der Finder des sogenannten Barbarenschatzes hat bekräftigt, dass er die Stücke trotz mehrmonatigen Wartens den Behörden aushändigen wollte. Er habe aber erst klären wollen, was er gefunden habe, weil er nicht als „Dummerchen“ habe dastehen wollen, sagte der 24-Jährige am Montag in einer Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Frankenthal. „Mir ist niemals der Profit wichtig gewesen, sondern der Ruhm“, beteuerte der Mann, der nach Angaben seines Verteidigers eine „hochnarzisstische Persönlichkeit“ ist.

Der gelernte Einzelhandelskaufmann und begeisterte Sondengänger wehrt sich gegen ein Urteil des Amtsgerichts Speyer, das ihm 2015 wegen Unterschlagung 15 Monate Haft auf Bewährung aufgebrummt hatte. Der Mann habe die Gold- und Silberstücke aus dem fünften Jahrhundert zwar mehrere Monate nach der Entdeckung herausgerückt - aber nur aus Angst vor Ermittlungen, so das Gericht damals.

Der 24-Jährige hatte dagegen beteuert, er habe nie etwas von dem Fund behalten wollen, den er bei einer illegalen Suche nahe Rülzheim in der Südpfalz entdeckt hatte. In Rheinland-Pfalz gehören Funde, die kulturhistorisch wertvoll sein können, unter bestimmten Umständen automatisch dem Staat.

Eine Archäologin sagte am Montag, der Schatzsucher habe sich am 20. Dezember 2013 völlig überraschend bei ihr gemeldet und berichtet, er habe etwas Tolles zu übergeben, „mir würden ganz bestimmt die Augen aus dem Kopf fallen“. Damit habe er den Schatz gemeint. Bei einem ersten Gespräch vier Tage zuvor habe er noch gesagt, er habe „Mittelalterschrott“, der Experten sicher nicht interessiere.

Nach Angaben eines Polizisten hatten die Beamten zuvor am selben Tag (20. Dezember) bei einem Bekannten des 24-Jährigen Fotos des Schatzes entdeckt, die ihr Interesse weckten. Der Angeklagte sagte, sein Bekannter habe ihn darüber informiert. Nach kurzer Überlegung habe er dann beschlossen, den Fund gleich auszuhändigen. „Ich hätte es gerne früher abgegeben, aber ich war in der Zeit noch so naiv, so jugendlich, dass ich dachte, ich muss erst alles bestimmen, um dann gut dazustehen“, betonte der Mann im Gerichtssaal, in dem sich zahlreiche Unterstützer eingefunden hatten. Ob noch am Montag ein Urteil verkündet werden sollte, war zunächst unklar.

dpa

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