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Zwei Nudel-Packungen von Barilla

Shitstorm nach Radio-Interview

Schwule rufen zum Boykott von Barilla auf

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München - Ein schwules Pärchen in einem Werbesport für Barilla? Weil diese Vorstellung für den Chef des italienischen Nudelherstellers undenkbar ist, boykottieren nun weltweit Kunden seine Produkte.

Guido Barilla hat sich weltweit unbeliebt gemacht.

Steffi Graf liebt sie, die Italiener lieben sie, auch aus unzähligen deutschen Küchen sind Farfalle, Spaghetti und Co. von Barilla nicht wegzudenken. Im Gegensatz zu so manch anderem Unternehmen sieht man in den Werbeclips des Pastaherstellers aus Parma aber nie ein schwules oder lesbisches Paar. Und das wird auch so bleiben, denn sein Unternehmen "werde nie Werbung mit Homosexuellen schalten", erklärte Firmen-Chef Guido Barilla in einem Interview mit dem italienischen Radiosender "Radio 24". Sein Konzern unterstütze die "klassische Familie, in der die Frau eine fundamentale Rolle hat". Wenn ihnen das nicht gefalle, dann könnten die Homosexuellen ja eine andere Nudelmarke wählen. Auf die Frage, ob er mit solchen Aussagen nicht seine Kunden vergraule, antwortete der Leiter des 1877 gegründeten Familienunternehmens mt Milliarden-Umsatz kalt: "Man kann nicht immer allen gefallen."

Shitstorm auf Facebook: "Barilla hat kein Wachstum verdient"

Das war wohl ein Fehler, denn seit diesen Worten fegt ein medialer Sturm der Entrüstung über die Nudelfirma hinweg. Auf dem deutschen Facebook-Profil stellen unzählige Kommentatoren klar, dass sie dem Rat des Firmenchefs folgen und ab sofort ihre Tomatensauce mit den Nudeln anderer Hersteller genießen werden. Unter einem Zeitungsartikel, der den Gewinn des Unternehmens preist, notiert ein Facebook-Mitglied: "Dieses Unternehmen hat kein Wachstum verdient." Unter der Suchanzeige für Produkttester postet ein lesbisches Pärchen ein Foto von sich in inniger Umarmung und schreibt dazu: "Wir bewerben uns!" Auch eine eigene Facebook-Seite, die zum Boykott der Marke aufruft, wurde bereits eingerichtet.

"Willkommen im 21. Jahrhundert, Herr Barilla!", ruft einer dem Pasta-Boss zu - und der scheint das gehört zu haben, denn jetzt schickte er eine Entschuldigung hinterher, die jedoch eher halbherzig ausfällt. Er habe nur die zentrale Rolle der Frau in der Familie betonen, dabei aber keine Empfindlichkeiten verletzen wollen. Schwule hätten seinen höchsten Respekt, so Barilla. Er respektiere auch die Schwulenehe, nur Kinder sollten gleichgeschlechtliche Paare seiner Meinung nach nicht adoptieren dürfen, hatte er in dem Interview gesagt.

Die Schwulenverbände konnte Barillas statement jedoch nicht besänftigen. Sie riefen weiter zum Boykott auf. Aktivisten verteilten zudem vor Supermärkten Flugblätter, in denen sie Barilla vorwarfen, ein Italien widerzuspiegeln, "das es nicht mehr gibt".

dpa/hn

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