+
Die Fotomontage eines Luftbildes zeigt den Entwurf eines Hochhauses im Ortsteil Prora in der Gemeinde Binz auf der Insel Rügen. Foto: Drebing Ehmke Architekten GmbH/dpa

Bauunternehmer plant 100-Meter-Wohnturm auf Rügen

Hochhäuser an der Küste in Mecklenburg-Vorpommern gibt es bislang nicht. Doch das könnte sich auf Rügen ändern. Die hohen Immobilienpreise lassen Investoren auch in die Höhe streben. Die Stimmung schwankt zwischen Wohlwollen - und Skepsis.

Binz (dpa) - Auf der Insel Rügen stehen sorgsam restaurierte Villen in Bäderarchitektur, moderne Hotels und sogar noch reetgedeckte Häuser. Nun aber will ein Bauunternehmer auf der Ostseeinsel in neue Größenordnungen vorstoßen. Investor Jürgen Breuer plant einen 104 Meter hohen Wohnturm im Seebad Binz.

Wird er gebaut, wäre er nicht nur Mecklenburg-Vorpommerns höchstes Wohngebäude. Er würde auch den Bahntower am Potsdamer Platz (103 Meter) in Berlin überragen.

Bauunternehmer Breuer bietet der Gemeinde eigenen Angaben zufolge 3,5 Millionen Euro für das 13 000 Quadratmeter große Grundstück. Entschieden ist aber noch nichts. "Nicht das Geld soll bei der Entscheidung im Vordergrund stehen, sondern, ob es gut für die Gemeinde ist", sagte der Binzer Bürgermeister Karsten Schneider am Dienstagabend auf einer Bürgerversammlung. Er begrüße, dass der Investor sein Projekt so früh in die Öffentlichkeit bringe. Man befinde sich aber bei der Planung in der "Phase Null".

Einige Einwohner sehen in dem wie ein Bücherstapel wirkenden geplanten Bau ein mögliches Wahrzeichen, das den durch Nazibauten geprägten Ort umwerten könne. Andere hingegen erinnert das Gebäude an einen Wachturm. Kritik kommt auch von Hoteliers. Die Auslastung in den vorhandenen Einrichtungen sei schon jetzt nicht zufriedenstellend, sagte Hotelier Oliver Wächter.

Auch wurden Befürchtungen laut, dass dem ersten hohen Haus weitere folgen könnten. Das Streben in die Höhe ist auch Ausdruck des angespannten Immobilienmarktes auf Rügen. Die Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen bewegen sich auf der Insel nach Angaben des Ferienimmobilien-Marktberichtes der Immobilienfirma Engel & Völkers zwischen 3600 bis 8000 Euro.

Die Architektenkammer des Landes, die zusammen mit dem Landestourismusverband für eine identitätsstiftende Baukultur in den Tourismusorten streitet, hält wenig von den Plänen. "Es gibt keinen Grund, an der Küste ein 100 Meter hohes Hochhaus zu errichten", sagte Verbandspräsident Joachim Brenncke.

Immobilienbericht

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rätselhafte Serie: 30 Morde in 24 Stunden
Belém - Eine rätselhafte Serie von 30 Morden an einem Tag hat die Sicherheitsbehörden in der nordostbrasilianischen Stadt Belém in Alarmstimmung versetzt.
Rätselhafte Serie: 30 Morde in 24 Stunden
Australien: Taucher bei Haiangriff schwer verletzt
Sydney - Ein Taucher ist am australischen Great Barrier Reef von einem Hai angegriffen und schwer verletzt worden.
Australien: Taucher bei Haiangriff schwer verletzt
Berghotel-Unglück: Suche nach Verschütteten geht weiter
Rom -Der Papst schickt eine emotionale Botschaft in die Abruzzen: „Danke für Eure Nähe, für Eure Arbeit, für Eure konkrete Hilfe. Grazie“, ruft er den Rettungskräften …
Berghotel-Unglück: Suche nach Verschütteten geht weiter
Nach Bus-Tragödie: Ermittlung bei Reiseunternehmen
Budapest - Nach dem schweren Unfall eines ungarischen Busses in Norditalien ermittelt die ungarische Polizei beim betroffenen ungarischen Reiseunternehmen.
Nach Bus-Tragödie: Ermittlung bei Reiseunternehmen

Kommentare