Todessturz in eine Gletscherspalte

Ingolstädter (35) stirbt vor den Augen seines Schwiegervaters

Matrei/Osttirol - Tödliches Skidrama am Großvenediger (3657 Meter)! Vor den Augen seines Schwiegervaters (53) und eines Freundes (31) ist hier am Samstag ein Bayer (35) in eine Gletscherspalte gestürzt.

Obwohl schnell Hilfe per Hubschrauber kam, konnten die Ärzte das Leben des Ingolstädters nicht mehr retten.

Die fürchterliche Tragödie war um die Mittagszeit bei der Abfahrt passiert: Die drei Tourengeher befanden sich zu dieser Zeit gerade in 3200 Metern Höhe auf dem Schlatenkees, einem Gletscher der Venedigergruppe. Während seine zwei Kameraden einer offenen Gletscherspalte ausweichen konnten, fuhr der 35-Jährige aus Ingolstadt direkt auf die tödliche Falle zu. Der Bayer schaffte es nicht mehr ausweichen. Er stürzte rund 25 Meter in die eisige Tiefe – seine Begleiter mussten geschockt zusehen!

Gegen 12.44 Uhr ging der Notruf bei der Landesleiststelle Tirol ein. Abgesetzt hatte ihn laut Kleine Zeitung ein Bergretter aus Matrei/Osttirol. Der erfahrene Alpinist war kurz nach dem Unglück zufällig im Anstieg zum Großvenediger. Als er an der Stelle vorbeikam, wo der Ingolstädter in die Tiefe gestürzt war, handelte er sofort und alarmierte seine Kameraden.

Der Notruf rief die Bergrettung Matrei, einen Polizeihubschrauber, zwei Alpinpolizisten sowie den Rettungshubschrauber Martin 4 auf den Plan. Gut zwei Dutzend Mitglieder der Bergrettung Matrei wurden daraufhin auf den Gletscher geflogen. Einer der Retter ließ sich in Spalte abseilen. „Der Verletzte lag auf einer Schneebrücke, er war ansprechbar“, schildert Einsatzleiter Raimund Köll von der Bergrettung Matrei der tz die dramatische Situation. Gletscherspalten können bis zu 100 Meter tief sein. „Sie bestehen aus blankem Eis, sie sind hart wie Beton.“

Vorsichtig wurde der abgeseilte Retter sowie das schwer verletzte Opfer von den anderen Bergrettern wieder aus der Eisspalte ans Tageslicht gezogen. Am Gletscher wurde der schwer verletzte Bayer vom Notarzt versorgt und reanimiert. Der Rettungshubschrauber flog den 35-Jährigen schließlich in das Bezirkskrankenhaus Lienz.

Obwohl zwischen Notruf und Bergung nur etwa 45 Minuten vergangenen waren, konnten die Ärzte den Kampf um das Leben des Mannes nicht gewinnen. Der 35-Jährige erlag im Krankenhaus seinen schwersten inneren Verletzungen, die er sich bei dem 25-Meter-Sturz zugefügt hatte. jam

Im März 2015 hatte sich in den Ötztaler Alpen ein ähnliches Unglück ereignet. Damals stürzte ein Allgäuer 25 Meter tief in eine Gletscherspalte.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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