Helmut Brunner, Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Milder Herbst hat Folgen

Forstminister schlägt Borkenkäfer-Alarm und appelliert an Waldbesitzer

München - Forstminister Helmut Brunner warnt in diesem Jahr besonders eindringlich vor Borkenkäfern.

Der milde Herbst habe dafür gesorgt, dass sich die Käfer vielerorts gut vermehren konnten. Daher hätten mehr als sonst im Boden und unter der Rinde befallener Fichten überwintert, teilte der CSU-Politiker am Sonntag in München mit. Daher sei heuer besondere Wachsamkeit geboten, um eine starke Vermehrung der Käfer zu verhindern.

Appell an Waldbesitzer

Mit besserem Wetter ist den Angaben nach in den nächsten Tagen mit dem ersten großen Schwärmflug der Schädlinge zu rechnen. Waldbesitzer sollten Fichten daher gründlich auf frischen Befall untersuchen. Bei länger befallenen Bäumen färben sich Kronen braun, die Rinde blättert ab. Frischer Befall ist am braunen Bohrmehl auf der Rinde, am Stammfuß, in Spinnweben oder am Boden zu erkennen.

Forstminister Helmut Brunner warnt in diesem Jahr besonders eindringlich vor Borkenkäfern.

Befallene Stämme sollten laut Mitteilung rasch aufgearbeitet und dann entrindet oder mindestens 500 Meter aus dem Wald gebracht werden. Brunner riet zudem, Baumkronen zu häckseln, denn die Käfer nutzten schon Äste ab drei Zentimetern Durchmesser als Brutstätte. Dies sei die einzig wirksame Methode, um eine Massenvermehrung zu verhindern.

 „Wir haben derzeit eine Massenvermehrung und deshalb eine hohe Befallsdynamik“, sagt der Leiter der Abteilung Waldschutz an der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Ralf Petercord.

Im Klartext: Wenn die befallenen Fichten nicht so schnell wie möglich gefällt und entrindet oder aus dem Wald geholt werden, ist ein hoher Baumverlust wahrscheinlich. „Wenn man nichts tut, läuft man in eine Katastrophe hinein“, betont Petercord. Betroffen seien vor allem die fichtenreichen Bundesländer. „Sie haben alle Borkenkäfer-Probleme dieses Jahr.“ Zu ihnen gehören die Bundesländer in der Mitte und im Süden Deutschlands. Um eine Fichte nachhaltig zu schädigen, sind Petercord zufolge etwa 300 bis 400 Käfer nötig.

Mehr als 100 Borkenkäferarten in Europa

Die für die Bäume gefährlichsten Arten sind Buchdrucker und Kupferstecher, die vor allem Fichtenbestände befallen, sowie der Lärchenborkenkäfer. Die Tiere sind 0,8 bis neun Millimeter lang und dunkelbraun bis schwarz. Die Larven legen eigene Larvengänge an, die in einer Puppenwiege enden. Dort schlüpft dann der Jungkäfer und frisst sich aus der Rinde. Durch die Fraßmuster werden die Wasser- und Nährstoff-Leitbahnen der Bäume zerstört. Bei starkem Befall von mehr als 400 Käfern stirbt der Baum ab. Gefährdet sind vor allem Bäume, die etwa durch Umwelteinflüsse geschädigt sind.

dpa

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