Missbrauchsaffäre

BBC: Falsche Vorwürfe gegen Politiker

London - In der Affäre um Missbrauchsvorwürfe haben sich britische Medien entschuldigt, den Namen des ehemaligen Schatzmeisters der Konservativen Partei ins Spiel gebracht zu haben.

Alistair McAlpine war unter anderem von der BBC, aber auch in einer Twitter-Meldung der Zeitung „Guardian“ als vermeintlicher Täter identifiziert worden. Der Politiker hatte sich am Freitag an die Öffentlichkeit gewandt und die Vorwürfe vehement bestritten. Auch eines der Opfer aus den 70er und 80er Jahren, als in walisischen Heimen zahlreiche Kinder missbraucht worden waren, entlastete McAlpine.

„Wir hatten nicht einen Film zeigen sollen, der so grundlegend falsch ist“, teilte die BBC mit. „Was hier passiert ist, ist vollkommen inakzeptabel. Ich habe klare und entschiedene Schritte veranlasst, um herauszufinden, was passiert ist und um die Dinge geradezurücken“, sagte BBC-Generaldirektor George Entwistle. Auch „Guardian“-Kolumnist George Monbiot entschuldigte sich, dass er den Namen von McAlpine in einer Twitter-Kurznachricht erwähnt hatte.

Die BBC steht wegen eines Missbrauchsskandal um den ehemaligen Moderator Jimmy Savile sowieso schon im Kreuzfeuer der Kritik. Der vor einem Jahr gestorbene ehemalige Star-Moderator und andere sollen über Jahre hinweg 300 junge Menschen missbraucht haben. Die Verantwortlichen bei der BBC sehen sich mit der Frage konfrontiert, wer in der renommierten Sendeanstalt von den Vorgängen gewusst hat. 2006, als Savile nach mehr als 40 Jahren die letzte reguläre Sendung seiner Reihe „Top of the Pops“ moderiert hatte, waren Spekulationen bereits im Umlauf.

dpa

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