1. Startseite
  2. Welt

UN «bedauern» Israels Angriff auf Bet Hanun

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null

- New York/Tel Aviv - Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat sowohl Israel als auch die Palästinenser zu einem sofortigen Gewaltverzicht aufgerufen. In einer am Freitag mit großer Mehrheit angenommenen Resolution bedauerte das Weltforum den israelischen Artillerieangriff auf Bet Hanun im Gazastreifen mit 19 Toten zutiefst.

Unter den Toten bei dem Angriff am 8. November waren auch Frauen und Kinder. Die Vollversammlung äußerte «ernsthafte Besorgnis» über die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten. Ebenfalls «tief bedauert» wurde in dem verabschiedeten Text der palästinensische Raketenbeschuss auf Israel.

Die Sondersitzung war auf Drängen der arabischen Staaten einberufen worden, nachdem eine ähnliche Vorlage am vergangenen Wochenende im Weltsicherheitsrat am Veto der USA gescheitert war. In der Vollversammlung stimmten 156 Mitgliedsländer, darunter Deutschland, dem Text zu. Sieben Staaten, darunter die USA und Israel, votierten dagegen, sechs enthielten sich. Die Resolution war nach mehrstündiger Debatte in letzter Minute nochmals entschärft worden, um eine möglichst breite Zustimmung zu erreichen. Israel wird in dem Text deshalb nicht «verurteilt», wie es ursprünglich hieß.

Der palästinensische UN-Vertreter Rijad Mansur warf den USA, ihr Vetorecht im Sicherheitsrat zum Schutz Israels zu missbrauchen. Das Land könne so Verbrechen begehen, ohne mit einer Antwort der Weltgemeinschaft rechnen zu müssen. Der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman machte im Gegenzug die in den Palästinensergebieten regierende Hamas für die Eskalation der Gewalt verantwortlich. «Beendet die Gewalt, und Israel wird es nicht mehr nötig haben, sich selbst zu verteidigen», sagte er. Der amerikanische UN-Botschafter John Bolton lehnte die Resolution als parteiisch und unausgewogen ab.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas schlug unterdessen bei einem Treffen mit Vertretern des radikal-islamischen Islamischen Dschihad in Gaza eine langfristige Waffenruhe zwischen Israel und militanten Palästinensergruppen vor. Ein führendes Dschihad-Mitglied, Chaled al-Batsch, erklärte, seine Gruppe werde bald auf den Vorschlag antworten. Ein anderes Dschihad-Führungsmitglied, Chader Habib, erklärte, seine Gruppe verlange als Bedingung für eine solche Waffenruhe, dass Israel alle Militäroperation, Luftangriffe und gezielte Tötungen stoppe.

Bei einem Feuergefecht mit militanten Palästinensern nahe Bet Lahia im nördlichen Gazastreifen erschossen israelische Soldaten am Samstag ein Mitglied des Islamischen Dschihad. Das berichteten Rettungskräfte und palästinensische Sicherheitsbehörden. Die israelischen Soldaten waren in der Gegend bei einem Einsatz, um den Raketenbeschuss Israels durch militante Palästinenser zu unterbinden.

Bei einer Militäraktion in Kalkilia im Westjordanland wurde am Abend ein weiterer Palästinenser getötet, als ihn israelische Soldaten festnehmen wollten. 30 Palästinenser seien verletzt worden, hieß es in Berichten. Die Soldaten hätten das Feuer eröffnet, als die Einheit mit Steinen und Brandsätzen angegriffen worden sei, sagte ein israelischer Militärsprecher. Im Gazastreifen zerstörte die israelische Armee erneut zwei Gebäude militanter Palästinenser.

Auch interessant

Kommentare