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Marienkäfer auf Ginkgo-Blatt. Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist doch nicht vom Aussterben bedroht. Foto: Stefan Sauer

Bedrängter Marienkäfer hat sich "bekrabbelt"

Seit mehr als zehn Jahren verbreiten sich die Asiatischen Marienkäfer hierzulande. Die heimische Art wurde von den Allesfressern in die Defensive gedrängt. Aber jetzt wird der kleine rote Krabbler wieder häufiger gesichtet.

Mainz (dpa) - Naturfreunde freuen sich über ein unerwartetes Comeback: Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist doch nicht vom Aussterben bedroht, wie in den vergangenen Jahren befürchtet.

Zuletzt hatte sich der aus Ostasien zu uns gelangte Asiatische Marienkäfer so sehr verbreitet, dass Wissenschaftler um die langfristige Erhaltung der heimischen Art bangten.

Coccinella septempunctata, wie der heimische kleine rote Krabbler wissenschaftlich heißt, sei fast verschwunden gewesen, sagte der Sprecher des Bundesfachausschusses Entomologie (Insektenkunde) beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Werner Schulze. "Jetzt hat sich der Siebenpunkt bekrabbelt, er wird wieder regelmäßiger beobachtet."

"Der Siebenpunkt ist gerettet, er scheint die Attacke überstanden zu haben." Entsprechende Beobachtungen höre er von seinen Kollegen in ganz Deutschland, sagte Schulze. Anders sieht das beim Zweipunkt-Marienkäfer (Adalia bipunctata) aus, der den Angaben nach früher fast noch häufiger war als der Siebenpunkt, nun aber sehr selten geworden ist.

Die ersten Nachweise des Asiatischen Marienkäfers (Harmonia axyridis) in Deutschland reichen dem Experten zufolge in das Jahr 2002 zurück. "Zwei Jahre danach ging das dann rasend schnell." Bald waren nur noch die aus Ostasien stammenden Käfer zu sehen, die wegen ihres vielfarbigen Aussehens auch als Harlekin-Marienkäfer bezeichnet werden. Diese dringen im Winter auch in Häuser ein.

Auch die Zukunft des Siebenpunkt-Marienkäfers sieht gut aus. Forscher des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Kleinmachnow hatten in einer Studie mit Klimakammern herausgefunden, dass er bei höheren Temperaturen stärker zunimmt als sein Konkurrent aus Asien. "Wir konnten feststellen, dass unser heimischer Siebenpunkt-Marienkäfer unter erhöhten Temperaturen mehr frisst als unter derzeit normalen Temperaturbedingungen. Er nimmt mehr an Körpermasse zu und bildet höhere Fettkörpergehalte", berichtete Sandra Krengel. "Harmonia axyridis hingegen frisst zwar auch mehr, aber sowohl Körpergewicht als auch Fettkörpergehalte stagnieren bei ihm." Die Ergebnisse zeigen nach Auskunft des Instituts, dass der asiatische Käfer zumindest nicht mehr Vorteile aus dem Klimawandel zieht.

Nabu-Informationen zu Marienkäfern

Mitteilung Julius-Kühn-Institut

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