Skandal in Cuxhaven

Behinderte arbeiteten für Rüstungsindustrie

Cuxhaven - Skandal in Cuxhaven: Mitarbeiter einer Behindertenwerkstatt haben Teile für die Rüstungsindustrie hergestellt, ohne dass sie davon wussten. Die Betreuer sind empört.

Mitarbeiter einer Behindertenwerkstatt in Cuxhaven haben ohne ihr Wissen Bauteile für die Rüstungsindustrie hergestellt. Sie hatten für ein Bremerhavener Unternehmen im Februar 15 000 Teile montiert, die in Bodenleuchtkörper eingesetzt werden.

Leuchtminen für die Bundeswehr

Dass es sich um Leuchtminen für die Bundeswehr und nicht etwa für die Seenotrettung handelte, erfuhr die Lebenshilfe nach eigenen Angaben erst im Nachhinein. „Leuchtkörper sind erstmal nicht verwerflich, aber dass sie im Einsatz verwendet werden, finden wir nicht gut“, empört sich der stellvertretende Geschäftsführer der Lebenshilfe, Michael Schreckenberger, am Freitag nach entsprechenden Medienberichten. Die Armee nutzt solche Leuchtminen, um militärische Gebäude zu sichern.

"Wir dachten, wir stellen Signalfeuer her"

Im Februar hatten die Mitarbeiter der Behindertenwerkstatt Tausende kleine Kettchen in Federn eingehängt. „Wir dachten, wir stellen Signalfeuer her, zum Beispiel für einen Hubschrauberlandeplatz“, sagte Produktionsleiter Stefan Wittmar.

In den Werkstätten der Lebenshilfe in Cuxhaven arbeiten rund 400 Menschen. Jahrzehntelang kooperierte die Einrichtung mit der Bremerhavener Feuerwerksfirma. „Wir haben früher Etiketten auf Feuerwerksraketen geklebt“, sagte Schreckenberger. 2006 wurde die Firma aufgekauft, von einem führenden Anbieter militärischer Pyrotechnik. „Wir wehren uns als Lebenshilfe ganz klar gegen Rüstungsaufträge, aber wir können nicht jeden Auftrag ins letzte Detail prüfen“, sagte Schreckenberger. Mit ähnlichen Aufträgen werde die Einrichtung in Zukunft sensibler umgehen.

Beim entsprechenden Unternehmen war am Freitag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Studentin schreibt Schlussmach-Brief und wird von Ex-Freund verspottet
München - Das ging mal nach hinten los. Eigentlich wollte eine Frau per Brief Schluss machen, doch mit der Reaktion ihres Ex-Freundes hatte sie wohl nicht gerechnet. 
Studentin schreibt Schlussmach-Brief und wird von Ex-Freund verspottet
Sexualmord in Freiburg - Verdächtiger kein Jugendlicher mehr
Freiburg - Im Fall des Sexualmords an einer Studentin in Freiburg soll der mutmaßliche Täter wohl doch schon älter gewesen sein, als er zunächst angegeben hatte - das …
Sexualmord in Freiburg - Verdächtiger kein Jugendlicher mehr
Eltern kuscheln zwei Wochen mit totem Baby
York - Charlotte und Attila Szakacs haben ihre Tochter Evlyn einen Monat nach der Geburt verloren. Sie waren noch nicht bereit, sie gehen zu lassen - also griffen sie zu …
Eltern kuscheln zwei Wochen mit totem Baby
Richter verwehren Witwe das Sperma ihres toten Mannes
München (dpa) - Eine 35 Jahre alte Witwe darf sich nicht mit dem Sperma ihres verstorbenen Mannes befruchten lassen. Das hat das Oberlandesgericht München am Mittwoch …
Richter verwehren Witwe das Sperma ihres toten Mannes

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion