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Bei der rund 72-stündigen Ausgangssperre in Sierra Leone sind mindestens 150 neue Ebola-Fälle entdeckt worden.

Epidemie in Sierra Leone

Ausgangssperre: 150 neue Ebola-Fälle entdeckt

Freetown - Während der dreitägigen Ausgangssperre in Sierra Leone haben Helfer mehr als hundert neue Ebola-Infektionsfälle entdeckt. Die 72-stündige Ausgangssperre endete am Sonntag.

 "Wir haben mindestens 150 neue Fälle", sagte der Chef des staatlichen Notfalleinsatzzentrums, Steven Gaojia, am späten Sonntagabend. Zuvor hatten die Behörden des westafrikanischen Landes bereits von rund 70 Ebola-Toten gesprochen, die während der 72-stündige Ausgangssperre entdeckt worden seien. Die Ausgangssperre endete am Sonntag.

Die Toten müssen schnell beerdigt werden 

Gesundheitsminister Abubakarr Fofanah wertete die Ausgangssperre, während der rund 30.000 Helfer von Tür zu Tür gingen, als Erfolg. Zudem verteilten die Helfer rund 1,5 Millionen Stück Seife. Den Teams sei es gelungen, über 60 Ebola-Tote zu begraben, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde. Um die Krankheit einzudämmen, gilt es als äußerst wichtig, die Leichen schnell zu beerdigen.

Abschließende Zahlen zu entdeckten Toten und Infizierten wollte der Minister nicht geben, da noch nicht aus allen Landesteilen Zahlen vorlägen. Zugleich schloss er eine Wiederholung der Kampagne samt Ausgangssperre nicht aus.

Es mangelt an Betten und Laboren

Es gab aber auch Kritik an der Ausgangssperre. Die Aufklärungskampagne komme drei Monate zu spät, sagte der deutsche Salesianerbruder Lothar Wagner. Er leitet ein katholisches Kinder- und Jugendschutzzentrum in der Hauptstadt Freetown. Zudem sei die Maßnahme nicht die richtige Antwort auf die derzeitige Situation.

„Wir brauchen so schnell wie möglich mindestens 5000 Betten für Ebola-Infizierte, mehr Labore, die sofort Ebola-Tests durchführen können und natürlich dazu entsprechendes Fachpersonal“, erklärte Wagner.

Bereits im Vorfeld der Ausgangssperre hatte auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) die Anordnung scharf kritisiert. Es bedürfe Helfer mit viel Erfahrung, um bei einem solchen Tür-zu-Tür-Screening Menschen mit Ebola-Symptomen auszumachen. Zudem gebe es nicht genug Ebola-Zentren, um eventuelle neue Patienten aufzunehmen. Ohne Platz zur Untersuchung und Behandlung von Verdachtsfällen sei das ganze Vorhaben sinnlos.

AFP/dpa

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