Libanon, Beirut: Eine Krankenschwester trägt drei Babys aus einem beschädigten Krankenhaus nach der Explosion im Hafen Beiruts.
+
Libanon, Beirut: Eine Krankenschwester rettete drei Babys aus einem zerstörten Krankenhaus - sie sind inzwischen mit ihren Müttern in anderen Krankenhäusern.

„Als besitze sie eine verborgene Kraft“

Explosion in Beirut: Krankenschwester wird ohnmächtig - und rettet dann drei Babys

  • Kathrin Reikowski
    vonKathrin Reikowski
    schließen

Bei der verheerenden Explosion in Beirut wurde ein Krankenhaus schwer getroffen. Eine Krankenschwester wurde ohnmächtig - und rettete dann drei Babys aus den Trümmern.

Beirut - „Diese Krankenschwester sah aus, als besitze sie eine verborgene Kraft, die ihr die Fähigkeit verlieh, ruhig zu bleiben und drei Kinder zu retten“, erzählt der Fotojournalist Bilal Jawich. Er befand sich zuhause, in den Außenbezirken von Beirut, als sich die Explosion im Hafenviertel ereignete.

Dem Rauch und seiner „professionellen Intuition“ folgend (wie er gegenüber CNN sagte) begab er sich in den Hafen - und schoss dann ein Bild, das heute um die Welt geht.

Es ist das Foto einer Krankenschwester, die inmitten eines zertrümmerten Büros steht, über das Telefon Hilfe ruft und dabei drei Neugeborene schützend auf dem Arm hält.

Beirut-Explosion: Al Roum Krankenhaus zu 80% zerstört - 16 Menschen getötet

Das Al Roum-Krankenhaus liegt im Ashrafieh-Viertel, das schwer zerstört wurde von der Explosion. Der Krisenmanager des Krankenhauses, George Saad, sagte gegenüber CNN, dass durch die Explosion zwölf Patienten, zwei Besucher und zwei Krankenschwestern verstorben waren. Weitere zwei befänden sich noch in einem kritischen Zustand. Das Krankenhaus wurde zu 80 Prozent zerstört, die Hälfte aller seiner Geräte und Einrichtungen wurden unbrauchbar.

Jawich erzählt davon, dass sich Menschen überall hilflos durch diese „gewaltvolle, dunkle und böse Szenerie“ bewegt hätten - nur die Krankenschwester handelte, als wisse sie, was zu tun ist. Um die Krankenschwester herum seien Tote und Verletzte am Boden gelegen, erzählt er.

Explosion in Beirut: Fotograf hält Heldentat der Krankenschwester fest

Auch sie selbst war, wie sie später erzählte, zunächst komplett außer Gefecht gesetzt: Sie hatte sich vor der Explosion auf der Geburtenstation befunden und sei während der Detonation ohnmächtig geworden.

Als sie wieder zu sich kam, wurde ihr bewusst, dass sie drei Kinder auf dem Arm trug. Den Moment der Rettung der drei Neugeborenen hat Jawich nun festgehalten - eine der wohl vielen stillen Heldentaten der Explosion in Beirut. Die Kinder befinden sich inzwischen mit ihren Müttern in einem anderen Krankenhaus.

Nicht weit davon entfernt, feierte eine andere Frau gerade ihre Hochzeit, als sich die Explosion ereignete. Viele weitere Bewohner Beiruts sind nicht so glimpflich davon gekommen. Inzwischen gibt es weltweite Unterstützung vorort. Unter ihnen auch Einsatzfahrzeuge aus Bayern.

Aber hätte die Katastrophe eigentlich verhindert werden können, wenn nicht sogar müssen? Nun packt ein Insider aus und spricht von einem Warn-Brief, den die Regierung bereits im Juli erhalten habe.

(kat) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mysteriöser neunter Planet in unserem Sonnensystem entdeckt? Neue Forschungen geben Hinweise
Mysteriöser neunter Planet in unserem Sonnensystem entdeckt? Neue Forschungen geben Hinweise
Fünf Nachbarländer von Deutschland betroffen: Reisewarnung für Großstädte - „Eine super Katastrophe“
Fünf Nachbarländer von Deutschland betroffen: Reisewarnung für Großstädte - „Eine super Katastrophe“
Corona in Deutschland: Sprunghafter Anstieg der Infektionszahlen - So viele Fälle wie zuletzt im April
Corona in Deutschland: Sprunghafter Anstieg der Infektionszahlen - So viele Fälle wie zuletzt im April
Monstersturm: Medicane erreicht Griechenland - Extreme Videos zeigen, wie Unwetter auf die Insel prallt
Monstersturm: Medicane erreicht Griechenland - Extreme Videos zeigen, wie Unwetter auf die Insel prallt

Kommentare