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Das Auto, mit dem der Mann die Absperrung durchbrach, wird weggebracht.

In Belgien

Mysteriöser Angriff löst Terroralarm aus

Namur - In Manier eines Selbstmordattentäters greift in Belgien ein Mann einen Militärstützpunkt an. Ein versuchter Terroranschlag? Die Ermittlungsergebnisse geben Rätsel auf.

Ein mysteriöser Angriff auf einen Militärstützpunkt hat in Belgien kurzzeitig Terroralarm ausgelöst. Nach Angaben der Ermittler durchbrach ein Mann am Montagmorgen mit seinem Auto die Absperrungen einer Kaserne in der Gemeinde Namur. Militärs eröffneten daraufhin das Feuer und schlugen den Angreifer mit zwölf Schüssen in die Flucht. Der mutmaßliche Täter konnte wenig später im Rahmen einer Großfahndung festgenommen werden. Er habe keinen Widerstand geleistet, berichteten die Ermittler.

Das Auto des Mannes steht auf einem Acker.

Weil das Vorgehen des Täters an der Kaserne an das von Selbstmordattentätern erinnerte, wurde zunächst ein Terroranschlag nicht ausgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft machte am Nachmittag allerdings deutlich, dass die ersten Ermittlungen auf ein solches Szenario keinerlei Hinweise ergeben hätten. Bei dem Täter soll es sich demnach um einen 1983 geborenen Mann aus der Region handeln, der bis dato noch nie im Zusammenhang mit Anti-Terror-Ermittlungen aufgefallen war. Bei ihm wurden weder Waffen noch Sprengstoff gefunden.

Es sei nicht ausgeschlossen, dass der Täter unter psychischen Probleme leide, sagte Staatsanwalt Vincent Macq nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga. Derzeit sei es aber noch zu früh, um irgendwelche Schlussfolgerungen zu ziehen.

In der Kaserne sollen sich während des Angriff einige Dutzend Soldaten aufgehalten haben. Das Militärgelände liegt rund 60 Kilometer südöstlich von Brüssel in einem kleinen Ort namens Flawinne. Während der Fahndung nach dem Täter wurde vorsorglich eine Polizeischule in Namur evakuiert.

In Belgien hatte es in den vergangenen Monaten häufiger Terroralarm gegeben. Zu Jahresbeginn erschossen Sondereinsatzkräfte der belgischen Sicherheitsbehörden in Verviers zwei mutmaßliche Dschihadisten. Hintergrund waren die Ermittlungen gegen eine Terrorzelle. Im Mai 2014 hatte ein Islamist bei einem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel vier Menschen getötet.

Belgien gilt als eines der am stärksten durch Terrorismus gefährdeten Länder in Europa. Hintergrund ist die im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße hohe Zahl von Menschen, die als Dschihadisten in das Bürgerkriegsland Syrien gezogen sind. Nach Schätzungen von Sicherheitsbehörden stammen rund 500 Kämpfer in dem Krisengebiet aus Belgien.

dpa

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