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Der Namensforscher Knud Bielefeld blickt durch die Buchstaben des Namens Mia.

Forscher über Spitzenreiter

Beliebteste Vornamen: Bayern große Ausnahme

Hamburg - Forscher haben die beliebtesten deutschen Vornamen 2013 bekanntgegeben. Das Spitzenreiterpaar ist in 13 Bundesländern vorn. Bayern bildet eine große Ausnahme.

Nur drei Buchstaben - und so beliebt: Ben und Mia sind auch 2013 die attraktivsten Namen für Neugeborene. Während Ben zum dritten Mal die Hitliste der beliebtesten Jungennamen anführt, behauptet sich Mia bei den Mädchen bereits im fünften Jahr. „Dreimal das gleiche Spitzenreiterpaar gab es zuletzt von 1985 bis 1987 mit Julia und Christian“, sagte der Hobby-Namensforscher Knud Bielefeld der Nachrichtenagentur dpa. Und ein neuer Lieblingsname ist nicht in Sicht: „Beide Namen haben ihren Vorsprung sogar noch ausgebaut.“ Einzig Emma sei Mia auf den Fersen.

Insgesamt sind Ben und Mia in 13 Bundesländern am beliebtesten. Die Konstante an der Spitze überrascht Bielefeld nicht: „Wenn sich ein Modename erst einmal etabliert hat, bleibt er es auch eine Weile.“ Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg nannten Eltern ihre Neugeborenen häufiger Emma und Paul, in Berlin wurde bevorzugt. „Bayern hat immer seine eigenen Spitzenreiter“, erklärt Bielefeld. Im Freistaat lieben Eltern seit langem Maximilian, bei den Mädchen löste Anna in diesem Jahr Sophie/Sofie ab. Und während sich im Norden 2013 Henri größter Beliebtheit erfreute, war im Osten Oskar/Oscar begehrt.

Kurz und in vielen Fremdsprachen leicht verständlich sind auch die anderen Namen aus den bundesweiten Top Ten. Auf den Plätzen drei, vier und fünf landeten Hannah/Hanna, Sophia/Sofia und Anna. Neu unter den beliebtesten Vornamen ist Emilia, die Platz sieben belegt. Neben Ben werden in einigen Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit auch Luca/Luka, Paul und Jonas in den Schulklassen sitzen.

Da es keine amtliche deutsche Vornamenstatistik gibt, wertet Bielefeld die häufigsten Babynamen aus. In diesem Jahr basieren seine Ergebnisse auf 182.945 Geburtsmeldungen von 447 Kliniken, Geburtshäusern und Standesämtern - „das sind circa 27 Prozent aller im Jahr 2013 in Deutschland geborenen Babys“, erklärt er.

GNTM-Gewinnerin als Trendsetterin?

„Die Hälfte der Kinder bekommt einen Namen aus den Top 60“, erklärt Bielefeld. Manche Eltern wollen es aber individueller: „Kathalea ist für mich der Name des Jahres“, sagt Bielefeld. Inspiration könnte die Hauptfigur „Cataleya“ aus dem französischen Film „Colombiana“ gewesen sein. „Es ist jedoch verpönt, seine Kinder nach Filmfiguren oder Schauspielern zu benennen“, erklärt Bielefeld die Änderung der Schreibweise.

Immer wieder orientieren sich Eltern bei der Namenswahl auch an medialen Ereignissen. Da kann schon einmal die Gewinnerin eines Model-Wettbewerbs wie „Germany's next Topmodel“ Namenspatin für das Neugeborene werden: „Lovelyn ist häufiger bei den neuen Nennungen aufgetaucht“, hat Bielefeld beobachtet. Weniger inspirierend war George, der Thronfolger aus England. Obwohl seine Geburt weltweit Aufsehen erregte, wünschten junge Eltern in Deutschland den Namen nicht. „Der Name passt vom Klang her nicht in das Modeschema“, erklärt der Hobby-Namensforscher aus Ahrensburg (Schleswig-Holstein).

Bei der Wahl der zweiten und dritten Vornamen für ihren Sohn lagen Prinz William und seine Frau Catherine hingegen voll im Trend: Alexander führt die Hitliste der zweiten Vornamen bei Jungen an, Luis folgt auf Platz sechs. Insgesamt setzen Eltern auf Altbewährtes. „Hier hat sich selbst an der Reihenfolge der Top Ten kaum etwas verändert“, sagt Bielefeld. Sophie/Sofie, Marie oder Maria blieben in dieser Kategorie Favoriten. Ein Trostpflaster hält die Namensstatistik übrigens für den unterlegenen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück bereit: „Bei den Vornamen gewinnt Peer eindeutig gegen Angela.“

dpa

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