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Benedikt seit 100 Tagen Papst

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- Les Combes/Hannover - Nach 100 Tagen als Papst enttäuscht Benedikt XVI. die Hoffnung auf Reformen: Nach einer Meldung der italienischen Nachrichtenagentur Ansa machte er deutlich, dass im Konflikt um die Zulassung geschiedener und wiederverheirateter Katholiken zur Eucharistie (Abendmahl) vorerst keine Änderung in Sicht sei. Bei einem Treffen mit Geistlichen in seinem Ferienort Les Combes im Aostatal habe der Papst am Montag klar gemacht, dass in dieser Frage zur Zeit keine Lockerung geplant sei.

Allerdings beschäftige sich die Glaubenskongregation mit dem Thema, sagte Ratzinger den Angaben zufolge weiter. Derzeit sind wiederheiratete geschiedene Katholiken von der Kommunion ausgeschlossen, wogegen Gläubige immer wieder protestieren. Unter anderem kritisiert die Reformbewegung "Wir sind Kirche" die starre Haltung des Papstes.Zugleich zog Benedikt nach 100 Tagen an der Spitze der katholischen Kirche eine erste Bilanz: Papst-Sein ist nicht einfach. "Ich habe niemals gedacht, dieses Amt zu erhalten. Aber die Menschen sind sehr gut zu mir und unterstützen mich", sagte der 78-Jährige zu Journalisten in Les Combes. Auf die Frage, ob die ersten Monate im Amt schwierig gewesen seien, antworte Joseph Ratzinger: "Ja, in einem gewissen Sinne schon." Ratzinger war am 19. April zum Papst gewählt worden. Am 28. Juli, wenn er seinen Urlaub beendet, ist er 100 Tage im Amt.Er habe bislang keine neuen Akzente gesetzt, urteilte die Bewegung "Wir sind Kirche". "Die zentralen Fragen der katholischen Kirche bleiben ungelöst", kritisierte die Initiative in Hannover. Die Betonung der Ökumene mit der orthodoxen Kirche stelle eine Deklassierung, wenn nicht sogar eine vorläufige Absage an den Dialog mit der evangelischen Kirche dar. In Fragen der Homosexualität, Verhütung und Abtreibung zeige der Papst weiter eine starre Haltung. Die Frage sei auch, ob er den zweiten Ökumenischen Kirchentag 2010 in München freundlicher begrüßen werde als den ersten in Berlin.

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