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Der Nanga Parbat liegt im pakistanischen Teil des Himalaya und gilt als besonders gefährlicher Berg. Foto: Olivier Matthys

Todesberg Nanga Parbat

Drama im Himalaya: Bergsteigerin gerettet, Kollege wohl tot

Im Himalaya hängen eine französische Bergsteigerin und ihr polnischer Kollege in 7400 Metern Höhe fest. Ein polnisches Team, gerade in der Nähe, will helfen. Die Geschichte nimmt eine dramatische Wendung.

Islamabad (dpa) - Er gilt als einer der gefährlichsten Berge der Welt: Am Nanga Parbat sind eine Französin und ein Pole, die den 8126 Meter hohen Riesen bezwingen wollten, in den vergangenen Tagen in akute Not geraten.

In 7400 Meter Höhe kamen sie nicht mehr weiter - und auch nicht zurück. Sie hingen fest. Am Sonntag konnte die Frau aus Frankreich gerettet werden. Ihr Kollege wird für tot gehalten.

Polnische Bergsteiger und die pakistanische Armee starteten am Samstag gemeinsam eine Rettungsmission. Ein Hubschrauber der Armee sollte das Team von vier Alpinisten am Nanga Parbat absetzen, wie der staatliche Alpinclub von Pakistan mitteilte.

Die Bergsteiger wollten versuchen, zu den Festhängenden zu gelangen. Die vier Polen bereiteten gerade im Karakorum die erste Winterbesteigung des K2 vor, des nach dem Mount Everest zweithöchsten Bergs der Erde. Ein Hubschrauber holte sie direkt aus ihrem Basislager ab.

Schlechtes Wetter verzögerte die Mission zunächst, wie Asghar Ali Porik vom Reiseveranstalter Jasmine Tours mitteilte. "Wir hoffen, dass die beiden gestrandeten Kletterer gerettet werden", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Islamabad.

Nach einer Nacht des Bangens gab es am Sonntag schließlich Neuigkeiten von den Rettern. "Die französische Kletterin wurde gerettet", sagte Sprecher Karrar Haidri vom pakistanischen Alpinclub. "Allerdings war die Bergung des polnischen Bergsteigers wegen schlechter Wetterbedingungen und der Höhe nicht möglich." Man befürchte, dass der Pole gestorben sei.

Der Mann würde damit zu einer langen Reihe von Bergsteigern gehören, die an dem in der Landessprache Urdu "nackter Berg" genannten Nanga Parbat ihr Leben verloren. So war im Juli vergangenen Jahres ein Team aus einem spanischen und einem argentinischen Bergsteiger verschwunden. Es wird davon ausgegangen, dass sie ums Leben kamen. Es ist aber bis heute unklar, wie.

Der 8000er im pakistanischen Teil des Himalaya gilt als schwerer zu besteigen als der Mount Everest. Lawinen und Steinschläge an den extrem steilen Flanken des Nanga Parbat töten regelmäßig Bergsteiger. Prominentes Beispiel ist Günther Messner, der 1970 dort umkam - nachdem er gemeinsam mit seinem älteren Bruder Reinhold den Gipfel erreicht hatte. Um die genauen Umstände seines Todes rankte sich jahrzehntelang ein Streit zwischen Messner und dem Expeditionsleiter Karl Maria Herrligkoffer.

Vor der Erstbesteigung am 3. Juli 1953 kam ein Dutzend deutscher und deutschsprachiger Bergsteiger ums Leben, ehe der Österreicher Hermann Buhl als erster Mensch den Gipfel erreichte. Deshalb trägt der Nanga Parbat auch den - von der Nazi-Presse geprägten - Beinamen "Schicksalsberg der Deutschen".

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