Aus für deutschen Reisekonzern Thomas Cook

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Der Frachter "Glory Amsterdam" liegt in der Deutschen Bucht vor Langeoog auf Grund. Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Treibstoff bleibt im Schiff

Bergung des gestrandeten Frachters wird noch dauern

Noch immer sitzt die "Glory Amsterdam" auf einer Sandbank vor Langeoog fest. Sturm "Herwart" hatte den Frachter abgetrieben. Die Bergung wird noch dauern.

Langeoog (dpa) - Die Bergung des vor der Nordseeinsel Langeoog gestrandeten Frachters wird noch einige Tage dauern. Die Experten wollen von Dienstagabend an Ballastwasser abpumpen, damit Schlepper diesen von der Sandbank befreien können.

Dies werde einige Zeit in Anspruch nehmen, sagte der Leiter des Havariekommandos, Hans-Werner Monsees. Die Bergung werde nun Schritt für Schritt vorbereitet. "Wir hoffen, dass wir es vor dem Wochenende erledigt haben."

Ursprünglich sollten Schlepper den 225 Meter langen Schüttgutfrachter "Glory Amsterdam" schon am Montagabend von der Sandbank ziehen. Doch das Havariekommando musste seine Pläne ändern, weil die Wassertiefe selbst bei Hochwasser dafür nicht ausreichte. Die Experten suchten am Dienstag deshalb nach einer Alternative.

Nun wollen sie die 22 000 Tonnen Ballastwasser abpumpen, die das unbeladene Schiff stabil auf See halten sollten. Gleichzeitig sollen zwei Hochseeschlepper es mit rund 1000 Meter langen Schleppleinen sichern. Der Wind könnte den leichter werdenden Frachter sonst noch weiter aufs Land treiben, erläuterte der Sprecher des Havariekommandos, Michael Friedrich.

Umweltschützern und Fischer blicken mit Sorge auf den gestrandeten Frachter. In den Treibstofftanks der "Glory Amsterdam" sind gut 1800 Tonnen Schweröl und 140 Tonnen Marinediesel. Der Unglücksfrachter sei eine erhebliche Gefahr für den Nationalpark Wattenmeer, in dem zurzeit zahlreiche Watvögel, Enten und Gänse rasteten, teilte die Umweltschutzorganisation WWF mit. Die deutschen Kutter- und Küstenfischer befürchten, dass Öl die Fanggebiete über Monate verschmutzen könnte.

Dennoch haben sich die Bergungsspezialisten dagegen entschieden, die Treibstoffe vorsorglich abzupumpen. "Das Schiff ist sicher und weist keine Risse auf", sagte Friedrich. Beim Abpumpen bestehe erst recht die Gefahr, dass Öl ins Wasser gelange. Ein Ölüberwachungsflugzeug fliegt regelmäßig über das Gebiet rund um den Frachter. Ausgetretenes Öl hat es nach Angaben des Havariekommandos bisher nicht entdeckt.

Die "Glory Amsterdam" war am Sonntag in der Deutschen Bucht abgetrieben. Das Schiff hatte zuvor den Hamburger Hafen verlassen und war in der Nähe von Helgoland auf Reede gegangen. Auf diese Weise könnten die Schiffe Hafengebühren sparen, sagte Friedrich. Während des Sturms riss sich der Anker los. Schlepper versuchten zu verhindern, dass der manövrierunfähige Frachter auf die Sandbank zwei Kilometer vor Langeoog treibt. Doch die Schleppleine riss während des Sturms mit bis zu sieben Metern hohen Wellen immer wieder.

22 Seeleute sind auf der "Glory Amsterdam". Ihnen geht es nach Angaben des Havariekommandos gut. Ein Mechaniker habe bisher erfolglos versucht, die Ruderanlage zu reparieren, sagte Friedrich. Diese sei blockiert, was die Bergung zusätzlich erschweren könne.

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) forderte angesichts der schwierigen Bergung schärfere Sicherheitsvorschriften im Schiffsverkehr. Schiffe mit unzureichend ausgebildeten Besatzungen müssten bei der Hafenstaatenkontrolle gestoppt werden, teilte der Politiker mit. Außerdem seien strengere Bauvorschriften vor allem für Tanks und Ruderanlagen nötig.

Pressemitteilungen des Havariekommandos

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