Zahl der Opfer gestiegen

Bericht: Erstmals seit 2001 mehr Verkehrstote in der EU

Berlin/Brüssel - Die Zahl der Verkehrstoten in der Europäischen Union ist im vergangenen Jahr einem Bericht zufolge erstmals seit 15 Jahren wieder gestiegen.

Im Jahr 2015 seien in der EU insgesamt 26.000 Menschen durch Verkehrsunfälle ums Leben gekommen, berichtete die Internetausgabe der "Welt" am Montag unter Berufung auf eine noch unveröffentlichte Statistik der EU-Kommission zur Straßenverkehrssicherheit. Zudem seien im abgelaufenen Jahr 135.000 Schwerverletzte gezählt worden - die meisten von ihnen waren demnach Fußgänger, Fahrradfahrer oder ältere Menschen.

Die Statistik soll dem Bericht zufolge am 30. April veröffentlicht werden. Die Kommission komme darin zu dem Schluss, dass die EU-Staaten bei der Reduzierung tödlicher Verkehrsunfälle nur langsam vorankommen: Die Zahl der Verkehrstoten in der EU sei seit 2010 mit damals 31.500 Verkehrstoten bisher lediglich um 17 Prozent zurückgegangen. Damit drohe die EU das selbst gesteckte Ziel, diese Zahl zwischen 2010 und 2020 zu halbieren, deutlich zu verfehlen.

Der neuen EU-Statistik zufolge wurden in allen 28 EU-Mitgliedsländern im Jahr 2015 durchschnittlich 51,5 Verkehrstote pro eine Million Einwohner verzeichnet, im Jahr zuvor waren es noch 51. Deutschland hatte im vergangenen Jahr 43 Verkehrstote pro eine Million Einwohner zu beklagen. 2010 waren es 45, 2014 waren es 42. Auch Deutschland ist nach Einschätzung der EU-Kommission vom Ziel einer Halbierung der Verkehrstoten bis 2020 noch weit entfernt.

Die meisten tödlichen Verkehrsunfälle gab es den Angaben zufolge 2015 in Bulgarien und Rumänien mit jeweils 95 Verkehrstoten pro eine Million Einwohner und in Lettland mit 94. Die wenigsten Verkehrstoten pro eine Million Einwohner verzeichneten im vergangenen Jahr Malta (26), Schweden (27), die Niederlande (28) und Großbritannien (29).

Die meisten Menschen starben laut der von der "Welt" zitierten Statistik im Jahr 2015 auf Straßen in ländlichen Gegenden (55 Prozent), 38 Prozent im Stadtverkehr und nur sieben Prozent auf Autobahnen. 76 Prozent der Opfer im Straßenverkehr sind Männer.

Im Sommer 2010 hatte die EU neue Leitlinien für mehr Straßenverkehrssicherheit im Zeitraum 2011 bis 2020 vorgelegt. Wichtigste Maßnahmen sind dabei, schwächere Verkehrsteilnehmer - wie Fußgänger oder Radfahrer - besser zu schützen, die Fahrausbildung der Verkehrsteilnehmer zu verbessern, die Verkehrsvorschriften konsequent durchzusetzen und eine sichere Infrastruktur im Straßenverkehr zu garantieren.

AFP

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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