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Teile des A400M-Wracks nach dem Absturz in Spanien am 9. Mai.

Airbus-Warnung

Bericht: Software-Fehler Schuld an A400M-Absturz

München - Der Absturz des Militärtransporters Airbus A400M vor gut einer Woche in Spanien ist möglicherweise durch Software-Probleme in der Triebwerkssteuerung verursacht worden.

Ein Software-Problem in der Steuerungseinheit der Triebwerke habe zum Ausfall von drei der vier Motoren geführt, berichteten "Spiegel Online" und das "Handelsblatt" am Dienstag unter Berufung auf Airbus-Kreise. Der Konzern warnte, ohne direkt auf die Absturzursache einzugehen, vor möglichen Problemen bei der elektronischen Triebwerkssteuerung.

Beim Absturz des für die Türkei bestimmten A400M waren am 9. Mai nahe Sevilla vier Airbus-Mitarbeiter ums Leben gekommen, zwei weitere wurden schwer verletzt. "Spiegel Online" berichtete bereits wenige Tage nach dem Unglück, vermutlich seien Triebwerksprobleme Grund für den Absturz gewesen.

Am Dienstag berichtete die "Spiegel"-Nachrichtenseite, laut einer Untersuchung von Airbus-Ingenieuren hätten drei Triebwerke nach dem Start zu einem Testflug von den Computern widersprüchliche Befehle erhalten und daraufhin die Leistung abgeschaltet. Die Airbus-Piloten seien machtlos gewesen. "Es handelt sich sehr wahrscheinlich um ein Qualitätsproblem in unserem Werk" in Sevilla, zitierte "Spiegel Online" Airbus-Kreise.

Das "Handelsblatt" (Mittwochsausgabe) berichtete, vermutlich sei die Software zur Steuerung der Triebwerke in Sevilla fehlerhaft aufgespielt worden. Die Software werde normalerweise vom Triebwerkshersteller aufgespielt, in diesem einen Fall habe dies aber Airbus übernommen. Das Problem sei deswegen vermutlich auf den betroffenen A400M beschränkt.

Airbus warnt vor Problem bei Triebwerkssteuerung

Nach dem Absturz hat Airbus vor möglichen Problemen bei der elektronischen Triebwerkssteuerung des Flugzeugs gewarnt. Alle Nutzer eines A400M sollten an jedem Flugzeugtriebwerk die sogenannte elektronische Triebwerkskontrolleinheit untersuchen, erklärte die Airbus-Rüstungssparte am Dienstag. Einen direkten Zusammenhang zwischen der Warnung und dem A400M-Crash am 9. Mai nahe Sevilla stellte Airbus nicht her.

Beim Absturz des für die Türkei bestimmten A400M waren vier Airbus-Mitarbeiter ums Leben gekommen, zwei weitere wurden schwer verletzt. Medien berichteten später, vermutlich seien Triebwerksprobleme Grund für den Absturz gewesen. Einem Branchen-Experten zufolge könnten Probleme an der Kontrolleinheit zu einem Verlust über die Kontrolle der Triebwerksleistung führen.

Militär-Airbus A400M abgestürzt

Militär-Airbus A400M abgestürzt

Die Airbus-Rüstungssparte richtete nun eine "dringliche technische Empfehlung des Herstellers" an die Kunden, um "mögliche Risiken bei künftigen Flügen zu vermeiden". Empfohlen wird ein "einmaliger Kontroll-Check der elektronischen Triebwerkskontrolleinheit bei jedem Flugzeugtriebwerk vor dem nächsten Flug", außerdem "Detailchecks für den Fall eines Triebwerksaustausches oder eines Auswechselns der elektronischen Triebwerkskontrolleinheit".

Herber Rückschlag

Der Absturz des A400M ist ein herber Rückschlag für das Milliarden-Rüstungsprojekt. Der A400M war vor zwölf Jahren von sieben Nato-Staaten als Ersatz für die veralteten Transall-Maschinen in Auftrag gegeben worden. Die Auslieferung verzögerte sich um Jahre, die Kosten fielen um Milliarden von Euro höher aus als geplant. Von den 174 bestellten Maschinen wurden bislang nur zwölf ausgeliefert. Deutschland erhielt im Dezember seinen ersten und bisher einzigen A400M.

Deutschland, Großbritannien, die Türkei und Malaysia stoppten als Reaktion auf den Absturz ihre Testflüge mit der Maschine. Airbus absolvierte dagegen nur wenige Tage nach dem Unglück einen neuen Testflug. Die Untersuchung der Absturzursache wird von spanischen Militärermittlern geleitet, die ihre Ergebnisse einem Untersuchungsrichter vorlegen werden.

dpa/afp

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