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Das Foto zeigt Knut, der vor rund zwei Jahren starb

Eisbären sollen für Nachwuchs sorgen

Neuer Knut für Berliner Tierpark in Sicht?

Berlin - Bekommt Berlin einen neuen Knut? Für den Eisbären-Nachwuchs soll nun ein Tier aus Russland sorgen. Doch ganz so schnell wird es wohl nichts mit einem knuddeligen Mini-Bär werden.

Eisbär Knut zog im Berliner Zoo die Besuchermassen an. Doch der Publikumsliebling starb und hinterließ eine große Lücke. Zwei Jahre später gibt es nun wieder einen Jünglings-Bären in der Hauptstadt. Er kommt aus Russland. Der noch namenlose Bär soll im Tierpark im Ostteil Berlins mit Bärin Tonja Nachwuchs zeugen. „Zum Spielen ist er jedenfalls nicht hier“, sagte der Chef von Zoo und Tierpark Bernhard Blaszkiewitz am Dienstag knapp.

Der russische Bär, noch keine zwei Jahre alt, lebte bislang im Moskauer Zoo. Just an dem Tag, als der Aufsichtsrat in Berlin beschloss, den im Sommer 2014 auslaufenden Vertrag von Blaszkiewitz nicht zu verlängern, flog die tierische Fracht am 8. August ein. Der Neuzugang wurde am Dienstag nicht im Gehege gesichtet. Offiziell vorgestellt wurde der Hoffnungsträger auch noch nicht. Der Neue lebe sich ein, hieß es.

Auch Tonja stammt aus Russland. Sie sollte ursprünglich Partnerin von Knut werden, doch der starb 2011 an einer Virusinfektion. Er wurde nur gut vier Jahre alt. Knut war mit der Flasche aufgezogen worden. Sein Schicksal hatte weltweit Millionen Menschen fasziniert und dem Zoo Millionensummen in die Kassen gespült.

Doch ein neues, kleines Bärchen als Besuchermagnet ist erstmal nicht in Sicht. Der Namenlose ist noch nicht geschlechtsreif. Dabei braucht der größte Landschaftstiergarten dringend Attraktionen. Im Tierpark, in der DDR als Gegenstück zum West-Berliner Zoo gegründet, reichen die Besucherzahlen seit langem nicht für einen wirtschaftlichen Betrieb. Millionenzuschüsse fließen. Ein Zukunftskonzept kommt nicht voran. Auch das war Blaszkiewitz angelastet worden.

Will er nun vor dem absehbaren Ende auf dem Chefsessel noch für positive Stimmung sorgen oder ist es eine der einsamen Entscheidungen des 59-Jährigen? Auch Spekulationen um mögliche Kosten für den Eisbären kamen auf. Für den russischen Bären sei „nichts gezahlt“ worden, sagte Blaszkiewitz. „Zwischen zoologischen Tiergärten handeln wir nicht.“ Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa in Moskau kostete der Transport 8000 Euro. Zu Spekulationen, dass für den Eisbären eine halbe Million Euro geflossen sein sollen, hieß es im Moskauer Zoo: „Die Summe stimmt nicht.“

Nach dem Tod von Knut waren verstärkt Forderungen laut geworden, Zucht und Haltung von Eisbären zu stoppen. Die Tiere seien Einzelgänger, die Haltung im Zoo sei der reine Stress, hieß ein Argument von Tierschützern. Trotzdem soll es nun wohl weitergehen.

dpa

Der Kult-Eisbär Knut im Museum - Fotos

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