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Die Eltern des vor zwei Jahren ermordeten zehnjährigen Mirco aus Grefrath, Sandra und Reinhard Schlitter, stellen am Donnerstag (06.09.2012) in Berlin ihr Buch "Mirco - Verlieren. Verzweifeln. Verzeihen" vor.

Eltern des ermordeten Mirco stellen Buch vor

Berlin/Grefrath - 2010 wurde der zehn-jährige Mirco aus Grefrath  missbraucht und ermordet. Jetzt stellten seine Eltern ein Buch vor, in dem sie erklären, wie sie dem Täter inzwischen vergeben haben.

Die Eltern haben das schreckliche Erlebnis inzwischen überwunden - und dem Täter vergeben. In einem Buch erklären sie, wie sie das geschafft haben.

Zwei Jahre nach der Ermordung ihres Sohnes Mirco haben die Eltern ihr Buch „Mirco - Verlieren. Verzweifeln. Verzeihen“ vorgestellt. „Wir wollten uns erinnern, was wir in den zehn Jahren mit unserem Sohn erlebt haben“, erklärte die Mutter Sandra Schlitter aus dem niederrheinischen Grefrath zusammen mit ihrem Mann Reinhard am Donnerstag in Berlin. Dabei wirkte das Ehepaar ruhig und gefasst.

Sehr viele Menschen hätten damals mit ihnen gebangt und getrauert. Denen wollten sie nun erzählen, wie sie das „Unfassbare“ erlebt und bewältigt haben, sagte die 36-Jährige zu den Beweggründen für die Veröffentlichung. Inzwischen hätten sie mit dem schrecklichen Ereignis abgeschlossen. Gleichwohl würden sie oft an Mirco denken, der in wenigen Tagen 13 Jahre alt geworden wäre. Dabei wüssten sie aber: „Unser Sohn ist jetzt bei Gott“, sagte Sandra Schlitter.

Die Familie ist Mitglied einer christlichen Freikirche. „Ohne unseren Glauben und die Familie wüsste ich nicht, ob ich heute hier sitzen würde“, sagte der 44 Jahre alte Vater Reinhard. Inzwischen hätten sie dem Mörder, einem damals 45 Jahre alten Manager und Familienvater, vergeben. „Wir wollen nicht hassen. Das ist eine bewusste Entscheidung.“

Der zehn Jahre alte Mirco war am 3. September 2010 nicht nach Hause gekommen. Darauf folgte eine der bundesweit größten Suchaktionen mit mehr als 1000 Polizisten. Erst 145 Tage später fanden Beamte die Leiche des Jungen. Der Mörder wurde 2011 zu lebenslanger Haft verurteilt. Im April verwarf der Bundesgerichtshof die Revision.

Auf 189 Seiten zeichnet das Ehepaar das schreckliche Ereignis nach. Dabei geholfen hat ihnen der Journalist und Autor Christoph Fasel. „Dieses Buch ist nicht nur einfach eine Geschichte, sondern auch ein Ratgeber, wie Menschen mit so einem Schicksal umgehen.“ Fasel erzählte bereits die Geschichte über den Ende 2010 bei „Wetten, dass..?“ verunglückten Samuel Koch im Buch „Zwei Leben“.

dpa

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