Der Bundesgerichtshof wird sein Urteil über die beiden Berliner Raser fällen.
+
Der Bundesgerichtshof wird sein Urteil über die beiden Berliner Raser fällen.

Ku'damm-Raser-Prozess

Mord oder fahrlässige Tötung?  – Bundesgerichtshof hat entschieden

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
    schließen

Zweimal wurden sie bereits vom BGH verurteilt, zweimal wurde Revision eingelegt. Jetzt fällt eine Entscheidung. 

  • Der Bundesgerichtshof  (BGH) wird das Urteil über die beiden „Ku‘damm-Raser“ fällen. 
  • Die beiden Männer hatten im Februar 2016 einen Unfall verursacht, in dessen Folge ein Mann starb. 
  • Zweimal wurde gegen das Urteil auf Mord Revision eingelegt. 

Update vom Donnerstag, 18.06.2020, 10.12 Uhr: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Mordurteile im Berliner Raserfall zum Teil bestätigt. Der BGH verwarf am Donnerstag die Revision eines der beiden Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Berlin, das die beiden Männer wegen des Tods eines unbeteiligten Autofahrers bei einem illegalen Autorennen zu lebenslanger Haft verurteilt hatte. 

Im zweiten Fall hob der BGH das Urteil dagegen auf. Deshalb muss das Landgericht den Fall des jüngeren Angeklagten zum dritten Mal verhandeln. Gegen den Hauptangeklagten ist das Urteil rechtskräftig. Das Landgericht habe dabei den bedingten Vorsatz rechtsfehlerfrei begründet, hieß es vom BGH.

Urteil gegen „Ku‘damm-Raser“ in Berlin: Urteil vom BGH zum Teil bestätigt 

Erstmeldung vom Donnerstag, 18.06.2020, 09.50 Uhr: Berlin – Es ist einer der juristisch am schwersten zu beurteilenden Fälle der vergangenen Jahre. Am heutigen Donnerstag wird der Bundesgerichtshof sein Urteil über die beiden als „Ku‘damm-Raser“ bekannt gewordenen jungen Männer, die im Februar 2016 auf dem Kurfürstendamm in Berlin einen Unfall verursachten, bei dem ein Mann starb. Die beiden jungen Männer sollen sich ein Wettrennen geliefert haben. Daraufhin wurden sie zweimal vom Landgericht zu lebenslanger Haft verurteilt, zweimal wurde gegen das Urteil Revision eingelegt. 

Berlin: „Ku‘damm-Raser“ sollen durch BGH Urteil bestraft

Die Angeklagten sollen drei Mordmerkmale verwirklicht haben: Sie töteten heimtückisch, mit gemeingefährlichen Mitteln – ihren hochmotorisierten Fahrzeugen. Und es war Mord aus niedrigen Beweggründen, für eine „kurzzeitige Befriedigung des Raser-Egos“, wie Richter Matthias Schertz im zweiten Urteil sagte. Nach seinen Angaben hätten sich die Angeklagten an einer Ampel am Adenauer Platz zu einem Stechen verabredet. ´

Was dann folgte, schildert der Richter so: Hamdi H. verlor mit seinem 224-PS-starken Audi das Rennen bis zur nächsten roten Ampel in Berlin. Auch bei der von ihm geforderten Revanche über die 270 Meter bis zum nächsten Rot gewann Marvin N. in seinem Mercedes, einem 380-PS-Wagen. Nur, dass Hamdi H. am Ziel einfach weiter Gas gab. Marvin N. ließ sich das nicht gefallen, er wollte seiner Beifahrerin und auch den Freunden, die in der Nähe des KaDeWe warteten, imponieren. „Ampeln interessierten die Angeklagten dabei nicht“, sagte Schertz.

Die Berliner Richter sahen drei Mordmerkmale erfüllt: Das Opfer sei völlig arg- und wehrlos gewesen. Bei der enormen Geschwindigkeit und unüberschaubaren Situation seien die Autos zum gemeingefährlichen Mittel geworden. Die Rücksichtslosigkeit und Selbstsucht der Männer spreche für niedrige Beweggründe.

Raser am Kurfürstendamm in Berlin: Vor BGH Urteil bereits zwei Mal verurteilt 

2017 sprach das Landgericht Berlin die beiden Beteiligten wegen „mittäterschaftlich begangenen Mordes“ schuldig. Weil die Kammer während des Prozesses „handwerkliche Fehler“ gemacht hatte, hob der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil auf.

Bei der Neuauflage des Prozesses 2019 bestätigten die Berliner Richter ihr Mord-Urteil. Wie schon beim ersten Mal legten die zur Tatzeit 24 und 26 Jahre alten Angeklagten auch nach dieser Entscheidung Revision ein.

marv

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare