Berlin: S-Bahn fährt gegen umgestürzten Baum

Berlin - Erneut ist es in Berlin zu einem S-Bahnunfall gekommen. Am Westkreuz fuhr ein Zug der Linie 7 am Donnerstag gegen einen umgestürzten Baum.

Zwei Tage nach dem Entgleisen eines Zuges ist es in Berlin erneut zu einem S-Bahnunfall gekommen. Auf der Strecke zwischen den Bahnhöfen Grunewald und Westkreuz prallte ein Zug der Linie 7 am Donnerstag gegen einen abgerissenen großen Ast, wie ein Bahnsprecher berichtete. Bei dem Aufprall riss die Frontscheibe. Die gut 260 Fahrgäste in den acht Wagen des Zuges blieben unverletzt. Aber der Triebfahrzeugführer und eine Reisende wurden nach Bahnangaben später auf dem Bahnhof Westkreuz von Helfern der Feuerwehr betreut, offenbar hatten sie Kreislaufbeschwerden.

Erst am Dienstag war in Berlin-Tegel ein S-Bahnzug der Linie 25 entgleist. Fünf Fahrgäste wurden dabei leicht verletzt, der Fahrer erlitt einen Schock. Die Ermittlungen zur Unfallursache konzentrieren sich mittlerweile auf das Stellwerk. Die betrieblichen Abläufe dort würden genau untersucht, sagte Heike Schmidt, Sprecherin des Eisenbahnbundesamts in Bonn, am Donnerstag. Berliner Medien gehen inzwischen von menschlichem Versagen als Unfallursache aus.

Nach Berichten mehrerer Zeitungen (Donnerstag) könnte ein Mitarbeiter im Stellwerk eine Weiche zu früh umgestellt haben, so dass vier der sechs Wagen des Zuges beim Überfahren des Weiche auf das falsche Gleis geschickt worden seien. Die elektronische Anzeigen im Stellwerk seien vorher wegen eines Blitzschlags ausgefallen. Sie zeigen normalerweise genau an, auf welcher Strecke sich ein Zug befindet. Möglicherweise habe sich ein Mitarbeiter nicht ausreichend über die Situation auf den Gleisen informiert - zum Beispiel über einen Kontakt zum Fahrer oder einer Bahnhofsaufsicht - bevor er die Weiche umstellte.

Die Bahn wollte Spekulationen zur Unfallursache nicht kommentieren. „Es wird noch ermittelt“, sagte ein Sprecher.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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