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Bei dem Polizeieinsatz in einer Berliner Flüchtlingsunterkunft kam ein Flüchtling ums Leben.

Besserer Schutz für Kinder gefordert

Tödlicher Schuss auf Flüchtling: Polizei verteidigt Einsatz

Berlin - Die Berliner Polizei hat den Einsatz von Schusswaffen bei einem Vorfall in einer Flüchtlingsunterkunft verteidigt. Unterdessen werden Forderungen für einen besseren Schutz von Flüchtlingskindern laut.

Es habe sich um eine lebensbedrohliche Situation für die Beteiligten gehandelt, sagte Polizeisprecher Winfried Wenzel am Donnerstag im rbb-Inforadio. Drei Polizisten schossen ersten Ermittlungen zufolge auf einen 29 Jahre alten Flüchtling und verletzten ihn dabei tödlich.

Wenzel widersprach dem Berliner Landesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Bodo Pfalzgraf, der Einsatz wäre mit Elektroschock-Waffen glimpflicher ausgegangen. „Ich teile nicht die Auffassung, dass der Taser das Allheilmittel ist.“ Wenn die Elektroschock-Waffe in solchen Situationen versage, könnten schwere Verletzungen oder Tötungen nicht ausgeschlossen werden.

Missbrauchsbeauftragter dringt auf mehr Schutz von Flüchtlingskindern

Beim Kampf gegen Kindesmissbrauch in Flüchtlingsunterkünften fehlen aus Sicht des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, noch immer einheitliche Standards. „Im Moment hängt es vom Zufall oder Engagement einzelner Menschen ab, ob Kinder und Jugendliche in Unterkünften sicher sind oder nicht“, sagte Rörig der Deutschen Presse-Agentur. „Wir brauchen eine Verpflichtung, Freiwilligkeit allein reicht nicht aus.“ Die Situation für Kinder und Jugendliche sei „wirklich gefährlich“.

Zahlen zu Übergriffen in Deutschland gibt es nicht. In Berlin hat der Fall eines sechsjährigen Flüchtlingsmädchens, das von einem Mitbewohner missbraucht worden sein soll, ein Schlaglicht auf die Lage von Kindern in Notunterkünften geworfen. Der Vater des Mädchens wurde am Dienstagabend von Polizisten erschossen, als er mit einem Messer auf den Beschuldigten losging.

Rörig fordert seit langem Mindeststandards zum Schutz von Flüchtlingskindern vor sexueller Gewalt. Wichtig sei etwa, dass Familien und alleinstehende Mütter grundsätzlich getrennt von allein geflüchteten Männern untergebracht werden. Zudem müsse es Spiel- und Freizeitbereiche für Kinder mit pädagogischem Fachpersonal geben.

Manche Träger von Unterkünften hätten solche Schutzmaßnahmen bereits etabliert. „Andere, denen das nicht so wichtig ist, die machen das halt nicht - und da besteht die große Gefahr“, so Rörig. Das Thema hänge nach einigem Hin und Her zwischen Bund und Ländern nun an einem Gesetzesvorschlag, den die Bundesregierung formulieren müsse. Bislang liege dieser Entwurf nicht vor.

Polizisten erschießen Flüchtling in Berlin

dpa

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