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Deutsch-britischer Masken-Millionär stirbt bei Yacht-Unfall – Boot von Familie Berlusconi beteiligt?

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Von: Martina Lippl

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Blick auf Luxusyachten in Porto Cervo Italien Sardinien
Blick auf Luxusyachten in Porto Cervo (Symbolfoto). © KHP-Design

Ein deutscher Manager (61) mit britischem Pass ist bei einem Ausflug mit seiner Yacht tödlich verunglückt. Seine Frau und seine Tochter sind schwer verletzt.

Porto Cervo – Bei dem Millionär soll es sich um Dean Kronsbein (61) handeln. Das berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa.it. Der Unternehmer war der Sohn eines Münchner Galeristen und hatte enge Verbindungen zum britischen Königshaus. Der 61-Jährige gründete das Medizinunternehmen Utralfilter GmbH mit Sitz in Hildesheim (NRW), das zu einem der größten Hersteller von medizinischen Filtern und Anti-Covid-Masken im gesamten britischen Königreich gehört.

Sardinien: Masken-Millionär bei Yachtunfall an der Costa Smeralda tödlich verunglückt

Das schreckliche Unglück ereignete sich am Sonntag vor Sardinien (Italien). Kronsbein war mit seiner 21-Meter-Yacht „Amore“ an der Costa Smeralda bei Porto Cervo unterwegs. Ersten Berichten zufolge krachte das Boot gegen einen Felsen. Dean Kronsbein sei bei der Kollision vom Deck ins Meer geschleudert worden sein. Versuche den Millionär wiederzubeleben scheiterten. Am Hafen von Porto Cervo sei es zu einem Herzstillstand gekommen. Familienangehörige fordern weitere Untersuchungen, heißt es. Die Staatsanwaltsschaft habe jedoch bereits eine Obduktion angeordnet. Seine 59 Jahre alte Frau und seine 27-jährige Tochter wurden bei dem Unfall schwer verletzt. Beide Frauen sollen, sobald es ihr Zustand zulässt, in eine Privatklinik nach England verlegt werden. Bei dem Bootsunfall wurden vier Personen leicht verletzt. Sechs Personen sollen sich an Bord der „Amore“ befunden haben.

Der tödliche Yacht-Unfall wirft Fragen auf. Offenbar ist das Motorboot „Sweet Dragon“ der Familie Berlusconi beteiligt. Das Boot wurde der italienischen Nachrichtenagentur Anasa.it zufolge beschlagnahmt. Bis vor wenigen Stunden wurde der Kapitän der „Sweet Dragon“ noch als Retter gefeiert. Er soll den Verunglückten der „Amore“ zur Hilfe gekommen sein.

Nach ersten Rekonstruktionen der Küstenwache von Olbia pflügte die Yacht „Amore“ parallel zu einem anderen Boot durch das Meer. Der Kapitän musste dann das Steuer plötzlich herumreißen und wenden, um dem Boot auszuweichen. Bei dem Manöver krachte das die 21-Meter-Yacht gegen Felsen in der Nähe des Hafens Porto Cervo.

Yacht-Unfall vor Sardinien: Motorboot der Familie Berlusconi als Retter gefeiert - und nun unter Verdacht?

Die „Amore“ sei Augenberichten zufolge neben der „Sweet Dragon“ gefahren, als es plötzlich zu dem folgenschweren Wendemanöver kam. Zunächst ist jedoch noch unklar, ob die Wende tatsächlich durchgeführt wurde, um eine Kollision mit einer anderen Yacht zu vermeiden. Auch, ob noch weitere Boote an dem Unfall beteiligt waren.

„Die Familie ist entschlossen, die genauen Todesursachen zu ermitteln – stellt der Anwalt klar – sie will die absolute Wahrheit über das, was passiert ist, und dass alle Verantwortlichkeiten anerkannt werden“, schreibt die Nachrichtenagentur Ansa. Der Anwalt werde auch einen Marineexperten für weitere Untersuchungen zum Unfallgeschehen bestimmen.

Der Chef der Küstenwache des Hafens von Olbia, Francesco Colarullo, sagte der britischen Daily Mail: „Das beschädigte Schiff wurde nach Porto Cervo geschleppt und vom örtlichen Staatsanwalt beschlagnahmt, solange der genaue Ablauf untersucht wird.“ Es sei möglich, dass das Boot zu schnell unterwegs war, sagte Colarullo. „Wir wissen, dass sich zu diesem Zeitpunkt andere Schiffe in der Gegend befanden, und zu dem Unfall kam es möglicherweise während einer Ausweichaktion.“

Deutsch-Brite Dean Kronsbein vor Sardinen verunglückt

Den Tod des Millionärs meldete die britische Nachrichtenagentur PA am Dienstag (2. August) unter Berufung auf eine Mitteilung der Familie. Der Bürgermeister des westenglischen Orts Ross-on-Wye, wo der 61-Jährige lebte, zeigte sich schockiert. Die Familie besitzt dort einen wunderschönen Landsitz. Kronsbein wurde kürzlich in einem Artikel der Financial Times zitiert, in dem es um die Rückkehr der Multimillionäre in die Gewässer von Porto Cervo an der Costa Smeralda ging. Die Costa Smeralda ist ein 55 Kilometer langer Küstenabschnitt im Nordosten Sardiniens, den Karim Aga Khan vor 60 Jahren entdeckte. Bis dahin gab es dort nur Granitstein und mediterranes Gewächs. Der Prinz kaufte das Küstenland und entwickelte es für Touristen der High Society. Das britische Außenministerium teilte mit, es stehe wegen des Todes eines Doppelstaatlers in Kontakt mit den italienischen Behörden.

Im Juli schockte ein Yacht-Unfall Italien: Eine 20-Meter-Motoryacht kollidierte mit einem Segelschiff. Dabei sei das Segelboot „praktisch in zwei Teile gespalten“ (ml)

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