Berüchtigter Mafiaboss Keljmendi festgenommen

Pristina/Belgrad - Er galt als der Heroinhändler in Europa und stand in den USA sogar auf der Schwarzen Liste. Jetzt ist der berüchtigte Mafiaboss Naser Keljmendi im Kosovo festgenommen worden.

Naser Keljmendi, einer der berüchtigsten europäischen Mafiabosse, ist im Kosovo festgenommen worden. Der seit Jahren mit internationalem Haftbefehl gesuchte 55-Jährige sei am Sonntagabend in Pristina verhaftet worden, bestätigte ein Polizeisprecher am Montag in der Kosovo-Hauptstadt. Der aus dem Kosovo stammende Keljmendi wird wegen Mordes in Bosnien gesucht, dessen Staatsbürgerschaft er auch besitzt.

Vor einem Jahr hatte US-Präsident Barack Obama Keljmendi gemeinsam mit einem mexikanischen und einem afghanischen Drogenboss auf die Schwarze Liste seines Landes gesetzt. Keljmendis Bande soll nach Behördenangaben den Heroinhandel aus der Türkei über Albanien und das Kosovo nach Westeuropa kontrolliert haben. Das Geld soll er in mehreren Balkanländern unter anderem in Hotels und Transportfirmen angelegt haben.

Der in Pec im Westen Kosovos geborene Albaner hatte in den 90er Jahren sein erstes Geld mit dem Schmuggel von Zigaretten gemacht. Während der Kriege beim Auseinanderbrechen Jugoslawiens soll er im großen Stil in den Waffenhandel eingestiegen sein. Zuletzt hatte er sich auf das Drogengeschäft konzentriert. Seine geschäftlichen Beziehungen hatten heimische Medien bis nach Montenegro, Serbien, Mazedonien, Kroatien und Slowenien verfolgt.

Keljmendi „war institutionell geschützt von den Strukturen der Polizei, Justiz und des Sicherheitsapparates“, hatte der ehemalige bosnische Sicherheitsminister Sadik Ahmetovic schon vor Jahren gesagt. Keljmendi soll auch in die Finanzierung der montenegrinischen Regierungspartei DPS verstrickt gewesen sein, hatten lokale Medien berichtet. Nach eigener Aussage hat er 2006 die Volksabstimmung mitfinanziert, mit der sich Montenegro von Serbien getrennt hatte und unabhängig wurde. Die Auslieferungsprozedur ist kompliziert, weil Bosnien das Kosovo nicht völkerrechtlich anerkannt hat.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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