Hohes Risiko entdeckt

Coronavirus: Diese Berufsgruppen sind besonders gefährdet - Studie zeigt erschreckende Zahl schwerer Erkrankungen

  • Patrick Huljina
    VonPatrick Huljina
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Britische Forscher beobachteten in einer Studie, dass Menschen, die im Gesundheits- und Sozialbereich arbeiten, ein erhöhtes Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung haben.

  • Epidemiologen der Universität von Glasgow verglichen die Gefahr einer schweren Covid-19-Erkrankung* für sogenannte „essenzielle“ Berufsgruppen mit denen für nicht-essenzielle Berufsgruppen.
  • Medizinisches Hilfspersonal wies dabei ein neunmal höheres Risiko für einen schweren Verlauf auf.
  • Die Forscher unterstreichen die Wichtigkeit adäquater Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen für essenzielle Berufsgruppen.

Glasgow - Die Corona-Zahlen in Deutschland sind derzeit auf einem hohen Niveau. Die Intensivstationen sind voll mit Covid-19-Patienten. Einige Krankenhäuser haben ihre Kapazitätsgrenzen bereits erreicht. Eine neue Studie zeigt nun, dass medizinisches Personal in der Corona-Pandemie ein besonders hohes Erkrankungsrisiko hat.

Coronavirus: Neue Studie zeigt hohes Risiko schwerer Erkrankungen für medizinisches Personal

Die Gefahr einer schweren Covid-19-Erkrankung ist für Ärzte, Pflegekräfte und Rettungssanitäter wesentlich höher als für Menschen in sogenannten nicht-essenziellen Berufsgruppen. In Großbritannien ist die Rate bei medizinischem Personal siebenmal so groß. Das haben Epidemiologen der Universität von Glasgow in ihrer Studie ermittelt. Die Forscher verglichen dabei nicht die Zahlen der Corona-Infektionen, sondern nur die der Covid-19-Patienten in britischen Kliniken inklusive der Gestorbenen.

Bereits im September berichtete die Weltgesundheitsorganisation WHO, dass 14 Prozent aller weltweit gemeldeten Corona-Infektionen* auf Menschen in Gesundheitsberufen entfielen. In manchen Ländern liege die Quote gar bei 35 Prozent, obwohl deren Anteil an der Bevölkerung insgesamt in den meisten Ländern bei unter drei Prozent liege.

Coronavirus: Britische Forscher vergleichen Risiko unterschiedlicher Berufsgruppen

Das Epidemiologen-Team der Universität von Glasgow nutzte für die Studie unter anderem die UK Biobank, die Datensätze von rund einer halben Million Menschen enthält, sowie britische Corona*-Daten aus dem ersten Lockdown, der in Großbritannien von Mitte März bis Ende Juli dauerte.

Die Studie umfasste somit rund 120.000 Menschen im Alter zwischen 49 und 64 Jahren. Über 35.000 Personen (29 Prozent) übten dabei einen sogenannten „essenziellen“ Beruf aus. Sie arbeiteten also im Gesundheitswesen (neun Prozent), im Sozial- und Erziehungswesen (elf Prozent) sowie in den Bereichen Polizei, Transport und Lebensmittelzubereitung (neun Prozent).

Laut einer neuen Studie weist medizinisches Personal ein erhöhtes Risiko für schwere Covid-19-Erkrankungen auf. (Archivbild)

Im Fachblatt Occupational & Environmental Medicine berichten die Forscher, dass sie anschließend verglichen, wie hoch das Risiko einer Corona-Infektion* mit schwerem Verlauf, also mit Klinikaufenthalt oder gar Todesfolge, für die unterschiedlichen Berufsgruppen war. Insgesamt traten 271 dieser Fälle auf.

Coronavirus: Risiko bei medizinischem Hilfspersonal neunmal höher als bei nicht-essenziellen Berufen

Ihre Untersuchung ergab, dass Angehörige des Gesundheitswesens - Ärzte, Apotheker, medizinisches Hilfspersonal, Pflegekräfte und Rettungssanitäter - ein siebenmal höheres Risiko für eine schwere Erkrankung hatten als Vertreter nicht-essenzieller Berufe. Beim medizinischen Hilfspersonal war dieses Risiko sogar neunmal höher. Bei Beschäftigten im Sozial- und Bildungswesen war die Wahrscheinlichkeit eines schweren Covid-19-Verlaufs um 84 Prozent höher, während „andere“ Beschäftigte essenzieller Berufe ein um 60 Prozent höheres Risiko aufwiesen.

Die Autoren betonen, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handele, die keine Aussage zu den Ursachen der erfassten Zusammenhänge treffen könne. Nichtsdestotrotz unterstreiche ihre Arbeit die Wichtigkeit adäquater Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen und der Bereitstellung persönlicher Schutzausrüstung für Menschen, die in essenziellen Berufen und hier vor allem im Gesundheits- und Sozialbereich arbeiteten. Sie schreiben: „Die Gesundheit und das Wohlergehen essenzieller Arbeitskräfte ist entscheidend für die Begrenzung der Ausbreitung und die Bewältigung der Belastung durch globale Pandemien.“ (ph/dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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