+
Angehörige der Sewol-Opfer am 300. Tag nach dem Unglück. 

Fährunglück in Korea

Berufung: Anklage fordert härtere Strafe für "Sewol"-Kapitän

Seoul - Fast zehn Monate nach der „Sewol“-Schiffskatastrophe mit Hunderten Toten hat in Südkorea ein Berufungsprozess begonnen. Im November waren der Kapitän und die Crew der Unglücksfähre zu teils hohen Haftstrafen verurteilt worden - allerdings "nur" wegen grober Fahrlässigkeit.

Die Anklage verlangte erneut eine Verurteilung des Kapitäns wegen vorsätzlicher Tötung, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstag berichtete. Zum Auftakt des Verfahrens vor einem Gericht der südkoreanischen Stadt Kwangju warf die Staatsanwaltschaft dem Kapitän und den anderen verurteilten Crewmitgliedern der Fähre vor, sie hätten den Tod von so vielen Menschen verhindern können. Sie seien aber untätig geblieben. Sie verdienten eine härtere Bestrafung.

Anklage und Verteidigung greifen bisherige Urteile an

Mit der Berufung greift sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung die Urteile vom November an. Der Kapitän Lee Lee Jun Seok war wegen grober Fahrlässigkeit zu 36 Jahren Haft verurteilt, vom Vorwurf des Totschlags aber freigesprochen worden. Die Anklage hatte die Todesstrafe für Lee beantragt. Gegen 14 weitere Crewmitglieder wurden Haftstrafen zwischen 5 und 30 Jahren verhängt. Ein Urteil der Berufungsinstanz wird für April erwartet.

Offiziell kamen 295 Menschen beim Untergang der „Sewol“ am 16. April 2014 ums Leben, 9 gelten als vermisst. Die meisten Opfer waren Schüler auf einem Ausflug. An Bord befanden sich 476 Menschen, als die Auto- und Personenfähre kenterte. Wie Ermittler später herausfanden, war das Schiff überladen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sturmtief „Friederike“: Sechs Menschen kommen ums Leben
Bisher drei Tote, der Fernverkehr der Bahn bundesweit eingestellt. Schuld ist das zum Orkan hochgestufte Sturmtief „Friederike“. Alle aktuellen Entwicklungen im …
Sturmtief „Friederike“: Sechs Menschen kommen ums Leben
Weg nach St. Anton frei: Straßensperren nach Lawinengefahr aufgehoben
Der österreichische Wintersportort St. Anton am Arlberg ist wieder per Auto erreichbar.
Weg nach St. Anton frei: Straßensperren nach Lawinengefahr aufgehoben
Klimabehörden: 2017 unter den drei wärmsten Jahren
Genf (dpa) - Das Jahr 2017 war nach Angaben mehrerer Klima-Institutionen unter den drei wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Dabei habe es diesmal nicht wie in den …
Klimabehörden: 2017 unter den drei wärmsten Jahren
Vorsicht: Teewurst wegen Salmonellen zurückgerufen
Wegen Salmonellen hat die Westfälische Fleischwarenfabrik Stockmeyer eine Charge Teewurst zurückgerufen.
Vorsicht: Teewurst wegen Salmonellen zurückgerufen

Kommentare