EU beschließt Stresstests für Atomkraftwerke

Brüssel - Als Lehre aus dem Atomunglück in Japan macht die EU einen historischen Schritt: Erstmals sollen europaweit alle Atomkraftwerke einheitlich geprüft werden. Alle Ergebnisse werden öffentlich gemacht, verspricht Kommissar Oettinger.

Als Konsequenz aus dem Atomunglück in Japan unterziehen die EU-Staaten erstmals europaweit Atomkraftwerke einem einheitlichen Sicherheitstest. Darauf einigten sich die EU-Energieminister am Dienstag bei einem Sondertreffen in Brüssel, sagte EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Bei diesem “Stresstest“ werde es um die Neubewertung aller Risiken der Anlagen bei Naturkatastrophen wie Erdbeben, Hochwasser oder auch einem Terrorangriff gehen. “Allgemein anerkannt ist, dass die Sicherheit unteilbar ist“, betonte Oettinger. In der gesamten EU gibt es 143 AKW, davon 17 in Deutschland. Die meisten Kernkraftwerke hat Frankreich (58). Einen konkreten Termin für die Sicherheitschecks gibt es nach Angaben des Kommissars noch nicht. Sie sollten aber im zweiten Halbjahr stattfinden, sobald sich alle über Umfang und Kriterien einig seien.

Japan: Dramatische Bilder vom Dienstag

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Ältere Anlagen müssten intensiver auf den Prüfstand als die neueste Generation. Die deutsche Entscheidung, Atomkraftwerke kurzfristig abzuschalten, nannte Oettinger “außergewöhnlich“. Sie fände bislang keine Nachahmer in der EU. Als erstes Land hatte Österreich, das seit Jahren keine Atomenergie mehr nutzt, europaweite Sicherheitstests verlangt. Die EU-Kommission hatte sich ebenfalls dafür eingesetzt. Da sie im Bereich Atompolitik aber lediglich eine koordinierende Funktion hat, kann sie solche Tests nicht vorschreiben, sondern die Mitgliedsstaaten müssen diese beschließen. Bei einem erneuten Sondertreffen in der nächsten Woche werde an den Details gearbeitet, sagte Oettinger.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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