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Bessere Seelsorge

Religiöse Betreuung: Berlin schafft Beirat für muslimische Häftlinge

Berlin - In Berlin soll ein neu einberufener "Beirat für die religiöse Betreuung muslimischer Gefangener" die Seelsorge für gläubige Insassen verbessern. Damit soll auch einer Radikalisierung einzelner Häftlinge vorgebeugt werden.

Das Angebot diene vor allem dazu, muslimischen Häftlingen die Ausübung ihres Glaubens zu erleichtern, sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Justiz am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Ein "willkommener Nebeneffekt" sei dabei, der Radikalisierung einzelner Gefangener vorzubeugen. Durch die Einbindung von Vertretern verschiedener Strömungen des Islam solle eine umfassende Abdeckung der wichtigsten Glaubensrichtungen gewährleistet werden.

Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) hatte die Mitglieder und die Ziele des Beirats am Donnerstag vorgestellt. Die Initiative, bei der Vertreter verschiedener muslimischer Verbände, der Wissenschaft, des Berliner Senats und der Justizvollzugsanstalten an einen Tisch gebracht werden, ist laut Senatsverwaltung die erste ihrer Art in Deutschland. "Unser Anspruch ist es, die religiöse Betreuung für muslimische Gefangene weiter zu verbessern", sagte Heilmann.

Bislang sind bis zu acht Imame in den Berliner Gefängnissen tätig, zudem wird alle zwei Wochen in der JVA Tegel das Freitagsgebet abgehalten. Der Beirat soll dieses Angebot nun erweitern und besser strukturieren.

Bei der ersten Sitzung am 19. Februar wird es beispielsweise um die Frage gehen, wie sich wichtige muslimische Feiertage in den Haftalltag integrieren lassen können. Laut Strafvollzugsgesetz sind deutsche Gefängnisse verpflichtet, ihren Insassen durch geistliche Seelsorge und die Teilnahme an Gottesdiensten die Ausübung ihrer jeweiligen Religionen zu ermöglichen.

Die Angabe der Religionszugehörigkeit ist für Häftlinge keine Pflicht. Schätzungen zufolge handelt es sich bei etwa 15 bis 20 Prozent der rund 4100 Inhaftierten in Berlin um Muslime. Die Zahl der sich wegen Radikalismus in Haft befindlichen Muslime liegt nach Angaben der Senatsverwaltung im einstelligen Bereich.

AFP

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