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Für Wild- und Honigbienen sind sogenannte Neonicotinoide eine Gefahr. Foto: Patrick Pleul

EU-Behörde bestätigt Risiko

Bestimmte Insektizide vergiften Bienen

Landwirte bekämpfen mit ihnen Schädlinge, lassen aber auch Bienen leiden: Neonicotinoide stehen auf dem Prüfstand. Die EU hat bereits ein Freiland-Verbot dieser Pestizide vorgeschlagen. Fachleute haben nun das Risiko der Mittel bestätigt. Kommt bald das Verbot?

Parma/Brüssel (dpa) - Für Wild- und Honigbienen sind sogenannte Neonicotinoide eine Gefahr. Dies hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) in einem Bericht klargestellt.

Während Bundesumweltministern Barbara Hendricks (SPD) erneut ein Freiland-Verbot für diese Insektizide fordert, kommt aus der Industrie Kritik an der Bewertung der EU-Behörde.

Im Fokus der Efsa-Untersuchung standen drei für Bienen giftige Insektizide namens Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid. Für diese Schädlingsbekämpfungsmittel hatte die EU-Kommission bereits ein Freiland-Verbot vorgeschlagen, die Mitgliedsstaaten wollten aber für Diskussionen darüber den Efsa-Bericht abwarten.

"Neonicotinoide schaden Bienen und Hummeln. Damit muss die Freilandanwendung dieser Stoffe nun verboten werden", teilte Umweltministerin Hendricks mit. "Die EU-Mitgliedstaaten sollten über so ein Verbot bald abstimmen, und die Bundesregierung muss dann Ja sagen." Sie gehe davon aus, dass das Ja des Landwirtschaftsministers auch in einer künftigen Bundesregierung Bestand habe.

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hatte Anfang Dezember in der ARD-Talkshow "Hart aber fair" gesagt: Wenn sich in der Efsa-Studie herausstelle, dass die Stoffe schädlich seien, "dann müssen sie komplett verboten werden".

Auch die Grünen sehen nun die künftige Bundesregierung in der Pflicht, einem möglichen EU-Freilandverbot der drei Insektizide zuzustimmen. "Die Bienengifte müssen jetzt schleunigst vom Acker - der Frühling darf nicht noch stummer werden", sagte deren Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik, Harald Ebner, der dpa. "Nun gibt es auch für die Bundesregierung keine Ausrede mehr."

Kritik kam von Bayer. Das Chemie- und Pharmaunternehmen teilte mit, man sei mit den Ergebnissen der Risikobewertung für die Wirkstoffe Imidacloprid und Clothianidin grundsätzlich nicht einverstanden. Die Schlussfolgerungen stünden im Widerspruch zu anderen umfassenden wissenschaftlichen Beurteilungen zur Bienengesundheit.

Greenpeace forderte die EU-Mitgliedsländer dazu auf, das vorgeschlagene Verbot zu unterstützen. Das sei ein erster Schritt, "um den katastrophalen Kollaps der Bienenpopulationen aufzuhalten", teilte die Umweltschutzorganisation in Brüssel mit. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz forderte ein Verbot - "und zwar sofort".

Die Experten der Efsa mit Sitz im italienischen Parma werteten diverse wissenschaftliche Studien zu dem Thema aus. "Insgesamt wurde das Risiko für die drei bewerteten Bienentypen bestätigt", sagte der Leiter der Bereichs Pestizide der Behörde, Jose Tarazona. Untersucht wurde die Gefahr für Honig- sowie Wildbienen und Hummeln. Er erklärte auch, dass verschiedene Faktoren die Risiko-Bewertung beeinflussen - etwa, auf welchem Weg die Bienen die Schadstoffe aufnehmen.

Bereits im Dezember 2013 wurde der Einsatz von Neonicotinoiden EU-weit stark beschränkt. Auch dieser Beschluss ging auf eine Risikobewertung der Efsa zurück. Auf Basis des neuen Berichts ist nach Angaben der Kommission geplant, dass die Mitgliedsstaaten am 22. März über den Vorschlag des Freiland-Verbots diskutieren. Ob es dann auch schon eine Entscheidung geben wird, ist aber unklar.

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