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Aus der Feder von US-Musiker Pharrell Williams stammt der Gute-Laune-Song "Happy", der zur Verhaftung der jungen Iraner führte.

Weltweite Kritik an Urteil

Bewährungsstrafen für iranische "Happy"-Tänzer

Teheran - Für ihre selbstgedrehte Version des Hit-Videos "Happy" von Pharrell Williams sind sieben junge Iraner zu mehrmonatigen Bewährungsstrafen verurteilt worden.

Die drei unverschleierten Frauen und drei Männer sowie ihr Laienregisseur waren im Mai festgenommen worden, weil sie in einem per Smartphone aufgenommenen Video zum "Happy"-Song ausgelassen auf den Straßen und Dächern Teherans tanzen und singen - und den Clip zum Ärger islamisch-konservativer Kreise ins Internet gestellt hatten. Nach offiziellen Angaben wurden sie wegen der Veröffentlichung eines "vulgären Clips im Cyberspace" in Gewahrsam genommen. Die Teheraner Polizei zürnte gar über einen Verstoß gegen die "öffentliche Sittsamkeit".

Sowohl die sechs bis zwölf Monate langen Haftstrafen als auch die jeweils 91 Peitschenhiebe für die Protagonisten seien für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt worden, sagte ihr Anwalt Farschid Rofugaran am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Vom zuständigen Gericht waren sie demnach der "illegalen Verbreitung eines Films" und "unerlaubter Beziehungen" schuldig gesprochen worden.

Inzwischen wurde ihr beanstandeter Clip mehr als 1,5 Million Mal bei YouTube abgerufen.

Gemäß dem seit 1979 im Iran geltenden islamischen Recht müssen sich Frauen in der Öffentlichkeit verschleiern. Eine eigens gebildete "Moralpolizei" wacht seit mehr als zehn Jahren über die Einhaltung der Vorschriften und kann Verstöße mit Geldbußen und Festnahmen ahnden. Auch das Internet wird im Iran massiv überwacht, die meisten sozialen Online-Netzwerke sind blockiert.

In vielen anderen Ländern war der Gute-Laune-Hit von Pharrell Williams hingegen ohne Folgen für die begeisterten Nachahmer imitiert worden. Der US-Künstler betonte später selbst, er "habe Respekt für Leute mit religiösen Überzeugungen", aber die iranischen Fans seines Erfolgsvideos hätten bloß getanzt. Der Song inspirierte weltweit Cover-Versionen, so gibt es etwa auch eine für München.  

Urteil provoziert weltweit Kritik

Das nun gefällte Urteil wurde von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International als "ebenso absurd wie ungerecht" gerügt. Falls die Strafe nicht revidiert werde, würden die Amateurfilmer "als Verbrecher gebrandmarkt, bloß weil sie ein Musikvideo als Hommage an die Fröhlichkeit gedreht haben".

Nach einem im Staatsfernsehen ausgestrahlten "Geständnis" wurden die sieben "Happy"-Fans später auf Kaution wieder freigelassen. Doch viele Iraner reagierten empört auf die Maßregelung und warfen die Frage auf, ob es nun schon strafbar sei, "im Iran glücklich zu sein". Selbst Präsident Hassan Ruhani warnte davor, "durch Freude ausgelöstes Verhalten allzu streng zu bewerten".

afp

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