Familiendrama in Penzberg: Schwiegertochter stellt sich

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Die fünf Angeklagten wurden verurteilt, weil sie einen betrunken schlafenden Schiedsrichter missbraucht hatten.

Schiri sexuell missbraucht: Fünf Männer vor Gericht

Saarbrücken - Die Unparteiischen waren Kumpel. Bis sich einer der Schiedsrichter nach einem Saufgelage über seinen schlafenden Kollegen hermachte. Andere feuerten ihn teils sogar noch an. Dafür standen sie jetzt vor Gericht

Für den Missbrauch eines schlafenden Kollegen sind fünf saarländische Fußballschiedsrichter zu Bewährungsstrafen zwischen sechs und zwölf Monaten verurteilt worden. Geständnisse und ein Video machten die Sachlage für das Landgericht Saarbrücken am Montag klar: Nach einem Saufgelage während einer Feier an der Herrmann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken hatte Ende Mai ein 29- Jähriger im Vollrausch seinem schlafenden Kollegen eine Plastikflasche in die Pobacken geklemmt und Drehbewegungen gemacht.

Das Gericht wertete das als versuchten sexuellen Missbrauch eines wehrlosen Menschen. Der Haupttäter bekam eine Bewährungsstrafe von einem Jahr; ein 26-Jähriger, der das Ganze auf Video aufgenommen hatte, wegen Beihilfe sieben Monate auf Bewährung, drei weitere Schiedsrichter sechs Monate. Ein noch jugendlicher Angeklagter soll die Schandtat mit 120 Arbeitsstunden sühnen.

8000 Euro Schmerzensgeld

Als strafmildernd berücksichtigte das Gericht die Geständnisse und die gezeigte Reue der Angeklagten. Alle sechs hatten sich im Schlusswort mit ernster Mine nochmals bei ihrem Opfer entschuldigt. Zudem zahlten sie dem 29-Jährigen 8000 Euro Schmerzensgeld.

Bereits am ersten Prozesstag hatte sich die Anklage dazu bereiterklärt, im Gegenzug zu den Geständnissen und zur Zahlung des Täter-Opfer-Ausgleichs ein verringertes Strafmaß zu akzeptieren. Die jetzt verhängten Strafen bewegen sich am unteren Ende des geforderten Strafrahmens, betonte der Vorsitzende Richter Michael Görlinger. Aber: “Wir sind der Meinung, dass es nicht nur ein dummer Streich war, sondern eine Straftat.“

Görlinger unterstrich, dass der Vorfall für Opfer und Täter auch einschneidende persönliche Konsequenzen habe. Der Misshandelte hat nach eigenen Angaben seine Schiedsrichter-Karriere an den Nagel gehängt. Auch mindestens einer der Angeklagten will nach dem Vorfall künftig kein Spiel mehr pfeifen.

Von Jörg Fischer

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