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Ein Vater umarmt seine Tochter nach der Schießerei in einer US-Schule.

Obama: "Wir sollten uns schämen"

Bewaffneter erschießt Jugendlichen an US-Schule

Troutdale - Schon wieder erschüttert eine Schießerei an einer Schule die USA: Im US-Bundesstaat Oregon hat ein Bewaffneter am Dienstag einen Schüler getötet.

Der Mann drang am Dienstagmorgen, am vorletzten Schultag vor den Sommerferien, in die Reynolds High School in Troutdale nahe Portland ein. Als gegen 8 Uhr (Ortszeit) die ersten Schüsse fielen, eilten rund 60 Sicherheits- und fast 20 Rettungskräfte laut einem lokalen TV-Sender zu der Schule. Dort verletzte der Schütze einen Lehrer, als er in der Umkleidekabine der Turnhalle das Feuer eröffnete, berichtete die Zeitung „The Oregonian“. Anschließend schoss der Mann auf einen 14-jährigen Schüler, der seinen Verletzungen erlag, wie der örtliche Polizeichef Scott Anderson sagte. Der Schütze kam ebenfalls ums Leben, jedoch war unklar, ob er sich selbst umbrachte oder von der Polizei erschossen wurde.

Das Gelände wurde abgeriegelt, nach und nach wurden Schüler und Lehrer in Sicherheit gebracht. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie die Schüler mit erhobenen Händen unter den Augen der Polizisten das Gebäude verließen. Nach einer Stunde erklärte die Polizei, die Lage sei unter Kontrolle.

Am Mittwoch soll bei einem Spiel der Fußball-Mannschaft Portland Timbers in einer Schweigeminute des Toten gedacht werden. Unterdessen will die Polizei die Sicherheit laut „Oregonian“ an öffentlichen Schulen in der Umgebung in den kommenden Tagen verschärfen. Konkrete Maßnahmen wurden nicht genannt.

74 Schießereien an US-Schulen in 18 Monaten

Nach Angaben einer Gruppe, die sich für Waffengesetze einsetzt, handelte es sich um die 74. Schießerei in einer Schule, seit Ende 2012 in Newtown (US-Bundesstaat Connecticut) 20 Kinder und sechs Erwachsene erschossen wurden.

In den vergangenen Wochen gab es im früheren "Wilden Westen" der USA eine ganze Serie von Schießereien: Am 23. Mai hatte der Sohn eines Hollywood-Regisseurs auf einem Uni-Campus im kalifornischen Santa Barbara sechs Menschen getötet und sich schließlich selbst erschossen. Am 5. Juni tötete ein Bewaffneter auf einem College-Campus in Seattle einen Menschen und verletzte zwei weitere. Am Samstag erschoss ein Paar mit mutmaßlichen Verbindungen zu einer Anti-Regierungs-Miliz in einem Restaurant in Las Vegas zwei Polizisten, einen Zivilisten und dann sich selbst.

Laxes US-Waffenrecht frustriert Obama

US-Präsident Barack Obama zeigte sich verärgert darüber, dass der Kongress in Washington einer Verschärfung des Waffenrechtes keine Chance gibt. „Wir sind das einzige entwickelte Land, in dem so etwas passiert“, sagte er in einem Chat auf der Online-Plattform Tumblr. „Und es passiert einmal pro Woche. Wir sollten uns dafür schämen.“ Für ihn sei das sehr frustrierend. Aber „wenn die öffentliche Meinung keine Änderung durch den Kongress verlangt, dann wird sich nichts ändern“. Viele Kongressmitglieder hätten offenbar Angst vor der Macht der Waffenlobby.

Die mächtige National Rifle Association (NRA) hatte im vergangenen Jahr verhindert, dass ein Gesetzesentwurf Obamas zur Abstimmung kam. Der sah vor, auch bei Verkäufen auf Waffenmessen und übers Internet eine Hintergrundprüfung der Kunden zu verlangen.

dpa/AFP

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