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Polizisten untersuchen den Tatort.

Überfall auf Pariser Zeitung

Attentäter verbreitet Angst und Schrecken

Paris - Bewaffnete Überfälle auf zwei Medienhäuser, Schüsse vor einer Großbank, eine Entführung: In Paris hält ein unbekannter Attentäter die Polizei in Atem.

Ein mysteriöser Attentäter sorgt in Paris für Angst und Schrecken. Der unbekannte Mann überfiel am Montagmorgen die Redaktion der linksliberalen Zeitung „Libération“ und schoss einen jungen Fotoassistenten mit einem Gewehr nieder. Wenig später fielen vor dem Hochhaus der französischen Großbank Société Générale im Geschäftsviertel La Défense mehrere Schüsse und ein Mann kaperte ein Auto. Die Polizei suchte den Mann am Abend mit einer Großfahndung.

Vermutlich handle es sich um denselben Täter, hatte Chefermittler François Molins am Nachmittag in Paris erklärt. Seinen Angaben zufolge geht wohl auch der Überfall auf den TV-Sender BFM-TV am Freitag auf das Konto des Attentäters. Der Mann hatte dabei einen Redakteur bedroht. Schüsse fielen nicht, allerdings wurden später zwei Patronen auf dem Fußboden gefunden. Angaben über das mögliche Motiv des Täters machte Staatsanwalt Molins zunächst nicht. Er ist auch für Terrordelikte zuständig.

Der bei dem Anschlag auf die „Libération“ schwer verletzte Mitarbeiter schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Der nach jüngten Angaben 23 Jahre alte Mann war als Fotoassistent für Magazin-Aufnahmen ins Gebäude gekommen. „In der Eingangshalle war überall Blut, auf dem Boden lagen Patronenhülsen“, berichtete ein Zeuge auf der Facebook-Seite der Zeitung. Das Opfer sei aus nächster Nähe in den Rücken getroffen worden.

Die Polizei fahndete unter anderem mit der Hilfe von Aufnahmen einer Überwachungskamera nach dem Schützen und forderte die Bevölkerung zur Unterstützung auf. Die Staatsanwaltschaft schätzt das Alter des Täters auf 35 bis 45 Jahre. Er trug eine Baseball-Kappe sowie eine Sonnenbrille und soll europäischer Herkunft sein.

Frankreichs Präsident François Hollande bezeichnete die Taten am Rande einer Nahost-Reise als Angriff auf die Informationsfreiheit und verlangte von den Sicherheitskräften, alles dafür zu tun, um den Mann zu stellen. Er könne sofort wieder versuchen zu töten, sagte der Präsident. Auch Kommunikationsministerin Aurélie Filippetti zeigte sich bestürzt. „In einem demokratischen Land muss die Presse arbeiten können, ohne sich einzubunkern“, sagte sie. Die Polizei stationierte am Montag vor größeren Redaktionen Sicherheitskräfte. Auch vor Nachrichtenagenturen sollte es zusätzliche Patrouillen geben.

In den Medienhäuser herrschte große Beunruhigung. Beim Rundfunksender Radio France wurden zeitweise alle Zugänge blockiert, nachdem ein Verdächtiger auf dem Parkplatz gesichtet worden war. Die Meldung entpuppte sich allerdings als Fehlalarm.

AFP/dpa

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