Brutaler Überfall in Ferienort

Sechs Touristinnen in Hotel vergewaltigt

Mexiko-Stadt - Mitten in der Nacht überfallen Bewaffnete einen Bungalow in einer Ferienanlage bei Acapulco und vergewaltigen sechs spanische Touristinnen. Von den Tätern fehlt jede Spur, Mexikos legendärer Badeort fürchtet um sein Image.

Ein bewaffnetes Kommando ist in Mexiko in eine Hotelanlage bei Acapulco eingedrungen und hat sechs spanische Touristinnen vergewaltigt. Sieben männliche Begleiter, ebenfalls Spanier, wurden gefesselt und ausgeraubt, wie die Behörden in Acapulco am Montag (Ortszeit) mitteilten. Bis Dienstag konnte kein Tatverdächtiger identifiziert oder festgenommen werden. Die bei einheimischen wie internationalen Touristen beliebte Pazifikregion um Acapulco ist seit Jahren einer der Schauplätze des mexikanischen Drogenkrieges.

Nach Angaben des Bürgermeisters von Acapulco, Luis Walton Aburto, und der Generalstaatsanwältin des Bundesstaates Guerrero, Martha Elba Garzón, drangen fünf bewaffnete und vermummte Männer am Montag gegen 02.30 Uhr Ortszeit in die Hotelanlage ein und überfielen die Urlauber in einem der Bungalows. Die Spanierinnen wurden mehrfach vergewaltigt, die sieben Männer misshandelt und mit Drähten oder Bademantelgürteln gefesselt. Eine Mexikanerin, die ebenfalls zu der Gruppe gehörte, blieb nach den am Dienstag vorliegenden mexikanischen Medienberichten unversehrt. Die Täter wüteten zwei Stunden lang und verschwanden gegen 04.30 Uhr.

„Was passiert ist, ist sehr bedauerlich, aber gut, so was passiert überall auf der Welt“, erklärte der Bürgermeister. Es gebe bisher keine Hinweise, dass die Täter zur organisierten Kriminalität gehörten. Die Tageszeitung „El Universal“ berichtete unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft, dass die Täter ihren Opfern 16 Handys, zwei Laptops, drei Kameras, zwei Tablet-Computer, mehrere MP3-Spieler, Kreditkarten und Brieftaschen mit Bargeld raubten.

Die Vier-Sterne-Hotelanlage liegt in Punta Diamante in den südöstlichen Vororten Acapulcos nahe dem internationalen Flughafen der Pazifikmetropole. Als Alternative zur verschmutzten Bucht von Acapulco im Zentrum der Stadt bieten sich hier Strände am offenen Pazifik. Wegen eines verlängerten Wochenendes anlässlich des mexikanischen Verfassungstags waren die Hotels zu 90 Prozent belegt.

Das 400 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt gelegene Acapulco ist seit Jahrzehnten eines der beliebtesten mexikanischen Reiseziele. In den 50er Jahren ein Treffpunkt der Hollywood-Prominenz ist es heute vor allem Ziel des einheimischen Massentourismus. Jetzt fürchten die Behörden einen Imageschaden. Bürgermeister Walton sagte, dass die Tat Acapulco schaden werde.

In den vergangenen Jahren waren im Drogenkrieg im Staat Guerrero unzählige Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden versichern, die Lage habe sich gebessert. In vielen Gemeinden nehmen die Menschen aber das Gesetz selbst in die Hand. Sie bilden Bürgerwehren, die auf eigene Faust für Recht und Ordnung sorgen. Voriges Wochenende wurden zwei mexikanische Touristen verletzt, als sie an einer Straßensperre einer solchen „Gemeindepolizei“ im Ort San Marcos beschossen wurden. Sie sagten später, sie hätten es mit der Angst zu tun bekommen, als sie die Straßensperre sahen, und hätten aufs Gas gedrückt.

dpa

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