Knauser-Betrieb

Bewerberin muss nach Vorstellungsgespräch Saft zahlen

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Bern - "Möchten Sie etwas trinken?": Eigentlich ein selbstverständliches Angebot bei einem Vorstellungsgespräch, das man gerne in Anspruch nimmt. Nicht so in einem Gastrobetrieb in der Schweiz.

Diese Geschichte sorgt für Unverständnis. Wie das Schweizer Nachrichtenblatt 20 Minuten online berichtet, musste eine 23 Jahre alte Arbeitssuchende nach einem Vorstellungsgespräch in einem Gastronomiebetrieb ihr Getränk bezahlen.

Die junge Frau war nach bestandener Matura auf der Suche nach einem Teilzeitjob gewesen und bewarb sich bei einem Gastrobetrieb. Zu Beginn des Interviews sei sie gefragt worden, ob sie etwas trinken wolle und entschied sich für einen Orangensaft, so ihre Erzählungen gegenüber 20min.ch. Die 23-Jährige war eigentlich davon ausgegangen, dass das Getränk gratis sei. Falsch gedacht: Nach dem Bewerbungsgespräch sei eine Angestellte an ihren Tisch gekommen, um abzukassieren. "Das macht dann fünf Franken", erinnert sich die 23-Jährige an die Worte der Bedienung. Völlig perplex habe die Bewerberin daraufhin die Rechnung bezahlt und das Lokal verlassen.

"Können nicht jedem ein Gratisgetränk offerieren"

Die Geschäftsführerin des Gastrobetriebes hat die Schilderungen der jungen Frau auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt, so der Bericht. Ihre Erklärung: Man habe sehr viele Bewerber und könne doch nicht jedem einzelnen ein Gratisgetränk offerieren. Ohnehin gebe es viele Kandidaten, die gar nicht ernsthaft an Stellenangeboten interessiert seien und die Bewerbung nur wegen der Anforderungen des Arbeitsamts schreiben würden. "Wer kein Interesse an einer Stelle bei uns hat, sollte nicht unterstützt werden", so die Leiterin.

Personalexperte: "Das geht gar nicht"

Doch ein derartiges Vorgehen erscheint vielen gelinde gesagt als ungewöhnlich. Auch der Schweizer Personalexperte Matthias Mölleney reagiert in dem Bericht mit Unverständnis: "Das geht gar nicht."

vh

Rubriklistenbild: © dpa

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