+
Kinder, die durch eine Samenspende gezeugt wurden, haben das Recht den Namen ihres Vaters zu erfahren.

BGH hat entschieden

Samenspende: Kinder haben Recht auf Namen des Vaters

Karlsruhe - Kinder, die mit einer anonymen Samenspende gezeugt wurden, haben von Anfang an ein Recht auf Auskunft über die Identität ihres biologischen Vaters. Das entschied am Mittwoch der BGH.

Reproduktionskliniken müssen den Namen des Samenspenders Eltern preisgeben, wenn diese das für die Information ihrer minderjährigen Kinder fordern, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Mittwoch verkündeten Urteil entschied. Eltern können überdies allein entscheiden, wann sie ihren Kindern die Informationen mitteilen wollen. (Az. XII ZR 201/13)

Der BGH verwies zur Begründung auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1989, wonach Kinder grundsätzlich Anspruch auf Klärung ihrer Herkunft haben, weil die Klärung der eigenen Abstammung ein "unabdingbarer Bestandteil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts" sei. Dieses vom Grundgesetz geschützte Informationsinteresse haben einen so hohen Rang, dass Altersgrenzen zum Informationsrecht der Kinder unzulässig seien.

Damit hob der BGH ein Urteil des Landgerichts Hannover auf. Es hatte im zugrunde liegenden Fall die Klagen von zwei damals unter 16 Jahre alten Mädchen auf Auskunft über die Identität ihrer biologischen Väter zurückgewiesen. Kinder könnten erst ab diesem Alter die Konsequenzen solch einer Auskunft "beurteilen und verarbeiten", erklärten die Richter zur Begründung. Nun muss das Landgericht nach Maßgabe des BGH neu entscheiden.

Das BGH-Urteil hat auch für Samenspender Konsequenzen: Sie können nun von ihren Kindern frühzeitig zu Unterhaltszahlungen aufgefordert oder mit Ansprüchen aufs Erbe konfrontiert werden - trotz aller gegenteiligen Zusicherungen der Kliniken und sogenannten Wunscheltern.

Der Verein Spenderkinder begrüßte die Grundsatzentscheidung. Seinen Angabe zufolge gibt es deutschlandweit bis zu 100.000 durch anonyme Samenspende gezeugte Kinder. Allerdings gingen selbst optimistische Schätzungen davon aus, dass derzeit nur etwa 30 Prozent der Eltern ihre Kinder über die Zeugung mit Hilfe eines Samenspenders aufklären.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Horror: Monster-Spinne krabbelt an Fensterscheibe von Familie entlang
Australien, das Land der Riesenviecher. Immer wieder gibt es Beobachtungen von Tieren, die überdurchschnittlich groß werden. Diese Erfahrung musste jetzt auch ein junges …
Horror: Monster-Spinne krabbelt an Fensterscheibe von Familie entlang
Baby Charlie soll in einem Hospiz sterben
Das todkranke britische Baby Charlie Gard soll in einem Hospiz für Kinder sterben. Darauf einigten sich britischen Medien zufolge am Mittwoch Eltern und Ärzte des elf …
Baby Charlie soll in einem Hospiz sterben
Lotto vom 26.07.2017: Das sind die Gewinn-Zahlen vom Mittwoch
Lotto am Mittwoch vom 26.07.2017: Hier finden Sie die aktuellen Lottozahlen. Zehn Millionen liegen heute im Jackpot.
Lotto vom 26.07.2017: Das sind die Gewinn-Zahlen vom Mittwoch
Hübsches Mädchen schneidet sich 14 Jahre nicht ihre Haare - so sieht sie jetzt aus
Eine Geschichte wie aus dem Märchen: Eine junge Russin hat sich über 14 Jahre die Haare nicht geschnitten. Das Resultat: Sie ist Rapunzel in „real life“.
Hübsches Mädchen schneidet sich 14 Jahre nicht ihre Haare - so sieht sie jetzt aus

Kommentare