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In seinem Haus in Bielefeld soll der Angeklagte das Opfer über Jahre hinweg vergewaltigt haben. (Symbolbild)

Erst als Erwachsene traute sie sich zur Polizei

Nichte über Jahre missbraucht - Urteil gegen Onkel gefallen

Die heute 24-jährige Frau soll über Jahre hinweg von ihrem Onkel missbraucht worden sein. Nun fiel vor dem Landgericht Bielefeld das Urteil.

  • Junge Frau (24) aus Bielefeld über Jahre von ihrem Onkel missbraucht 
  • Opfer schwieg bis ins Erwachsenenalter
  • Urteil vor dem Landgericht gefallen

Update: 12. November: Das Urteil in dem Prozess um den jahrelangen Missbrauch ist gefallen. Der Angeklagte schwieg lange Zeit zu den Vorwürfen und behauptete zuletzt, die Anklage sei eine Rache des Opfers, da er sie mehrfach zurückgewiesen habe. Wie die NW berichtet glaubte das Gericht diesen Ausführungen jedoch nicht und verurteilte den heute 51-Jährigen zu einer Haftstrafe von fünf Jahren.

Meldung vom 23. Oktober 2019: Lange hatte eine 24-jährige Frau geschwiegen. Sie soll in Bielefeld von ihrem eigenen Onkel über Jahre hinweg sexuell missbraucht worden sein. Die Taten liegen offenbar schon einige Jahre zurück, berichtet owl24.de*. Da sie noch heute unter den Folgen der Übergriffe leidet, entschloss sich das Opfer schließlich doch dazu, die Fälle bekannt zu machen. Gegen den 51-jährigen Tatverdächtigen wurde nun Anklage erhoben. Unterdessen wurde eine 17-Jährige bei einer Gruppenvergewaltigung in Hannover plötzlich schwanger. Auch hier kam es zum Prozess. Ein Täter machte eine schockierende Aussage.

Prozessbeginn in Bielefeld: Onkel soll Mädchen missbraucht haben

In ihrer Kindheit soll es laut Anklageschrift zu den Übergriffen ihres Onkels gekommen sein. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld erhebt gegen den Angeklagten schwere Vorwürfe. Im Frühjahr 2000 soll der Mann mit seiner Tatenserie begonnen haben. Die Eltern des damals erst vierjährigen Mädchens hatten sich gerade frisch getrennt. Die Mutter und das Kind kamen vorübergehend in dem Haus des heute 51-Jährigen in Bielefeld unter. Dort soll der Angeklagte jede freie Gelegenheit genutzt haben, das Opfer zu missbrauchen. Auch in einer anderen Großstadt in Ostwestfalen-Lippe ermittelt die Polizei wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch. Ein Verdächtiger soll in Detmold seinen eigenen Bruder missbraucht haben. Die Tat soll der junge Mann in einer Dating-App gestanden haben, berichtet owl24.de*. 

Missbrauch in Bielefeld: Mann soll Kind gedroht haben 

Die Familienmitglieder wollen von dem Kindesmissbrauch in Bielefeld nichts bemerkt haben. Ihr Onkel soll sie teilweise sogar nachts aus dem Schlaf gerissen haben. Auch nachdem das Opfer mit seiner Mutter aus dem Haus des Peinigers auszog, um in eine eigene Wohnung zu ziehen, soll es weiter zu Übergriffen gekommen sein. Zudem drohte der Onkel der Nichte, dass sie die Familie zerstören würde, falls sie je ein Wort über die Taten verlieren würde. Erst 2017 ließ der Mann offenbar von ihr ab. Die junge Frau war inzwischen verheiratet und erwartete ein Baby. 

Doch die furchtbaren Taten konnte die mittlerweile 24-jährige Frau bis heute nicht vergessen. Sie leidet noch heute unter den Folgen der sexuellen Übergriffe und wacht nachts schweißgebadet auf. Wenn ihr Ehemann (24) beispielsweise nach ihr das Bett aufsucht und sie bereits schläft, kommen bei ihr die alten Erinnerungen wieder hoch. Ihr Geliebter soll das Opfer schließlich überzeugt haben, zur Polizei zu gehen. Gemeinsam erstattete das junge Paar Anzeige. Dem 51-Jährigen aus Bielefeld wird nun der Prozess gemacht. Bislang schweigt er zu den Vorwürfen. Am 24. Oktober wird die Verhandlung fortgesetzt. Vor wenigen Tagen wurde außerdem bekannt, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Missbrauchsopfer stärker unterstützen möchte. So sollen zukünftig die Kosten für eine Spurensicherung übernommen werden. 

*owl24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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