Microsoft-Gründer Bill Gates bei einer Veranstaltung seiner Stiftung im Oktober 2019 in Lyon in Frankreich
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Microsoft-Gründer Bill Gates warnt vor der ungleichen Verteilung von Corona-Impfstoff zwischen ärmeren und reicheren Ländern.

Impfstoffverteilung ein „moralisches Verbrechen“

Aus Corona gelernt? Bill Gates warnt vor nächster Pandemie: „Wir sind nicht gut vorbereitet“

  • Franziska Schwarz
    VonFranziska Schwarz
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Der Microsoft-Gründer ist skeptisch, dass die Gesellschaft für eine mögliche weitere Pandemie gerüstet ist. Ein Grund ist für ihn die aktuelle Impfstoffverteilung.

Seattle - „Es ist offensichtlich, dass es in einer globalisierten Welt nicht ausreicht, wenn nur reiche Länder das Equipment und die Resourcen besitzen, um Viren zu sequenzieren“: Microsoft-Gründer Bill Gates zweifelt, dass die Gesellschaft sich aktuell ausreichend auf eine mögliche weitere Pandemie vorbereitet.

Im jährlichen „Goalkeepers Report“ der „Bill and Melinda Gates Foundation“ fordert der 65-Jährige die Länder zu langfristigen Investitionen in ihre Gesundheitssysteme auf – und dazu, etwas gegen die ungleiche Verteilung von Impfstoffen zwischen ärmeren und reicheren Ländern zu tun. Diese nannte der Bericht ein „moralisches Verbrechen“.

Microsoft-Gründer Bill Gates wirbt für Testen und Impfung

Dem Bericht der Gates-Stiftung zufolge seien weniger als ein Prozent der Impfstoffdosen bislang in ärmeren Ländern verabreicht worden. Der aktuelle Bericht hob hervor, dass wegen Corona nun 31 Millionen Menschen unter extremer Armut litten. Die weltweite Zahl an Frauen, die bezahlte Arbeit fänden, sei gegenüber 2019 um 13 Millionen gesunken.

Der Bericht - bereits der fünfte seiner Art - empfiehlt im Kampf gegen die Pandemie die gleichen Mittel, die sich bei anderen Infektionskrankheiten wie Malaria oder Polio bewährt hätten: „Flächendeckendes Testen und, sofern möglich, schnelle Behandlung und lebensrettende Immunisierung.“

Die Bill-and-Melinda-Gates-Stiftung hat ihren Hauptsitz in Seattle im US-Bundesstaat Washington. (frs)

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