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Fordert größere Anstrengungen im Kampf gegen die HIV-Epidemie: Microsoft-Gründer Bill Gates. Foto: Cornell Tukiri

Bill Gates warnt vor starkem Anstieg von HIV-Infektionen in Afrika

Der Kampf gegen die HIV-Epidemie ist längst nicht gewonnen. Bill Gates fordert größere Anstrengungen. Die Geberstaaten sollten ihrer Verantwortung gerecht werden. Lobend erwähnt er nur Deutschland.

Durban (dpa) – Wegen der rasch zunehmenden jungen Bevölkerung droht in Afrika die Zahl der jährlichen HIV-Infektionen auf neue Rekorde zu steigen. Davor hat Microsoft-Gründer Bill Gates auf der Welt-Aids-Konferenz in Durban gewarnt.

Um diesen Anstieg zu vermeiden, seien noch größere Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft nötig. "Nur weitermachen wie bisher wird ganz klar nicht ausreichen", sagte Gates. Die Stiftung des IT-Milliardärs setzt sich auch für den Kampf gegen HIV/Aids ein. 

Im Vergleich zum Jahr 1990 werde sich die Zahl der 15 bis 24 Jahre alten Menschen bis 2030 auf rund 285 Millionen verdreifachen. Besonders junge Mädchen und Frauen müssten daher besser von Präventionsprogrammen erreicht werden, forderte Gates. Jährlich infizieren sich 2,1 Millionen Menschen neu mit HIV, vor allem in Afrika. Die Zahl ist in den vergangenen Jahren trotz intensiver Bemühungen kaum mehr gesunken. Weltweit sterben jedes Jahr 1,1 Millionen Menschen an den Folgen der vom HI-Virus ausgelösten Immunschwächekrankheit Aids.

Um die Epidemie unter Kontrolle zu bekommen, seien dringend zusätzliche Mittel für Prävention, Behandlung von HIV-positiven Menschen und für die Forschung nötig, erklärte Gates. Gegenwärtig sei es jedoch bereits schwierig, internationale Geber zu überzeugen, die Fördermittel zumindest auf gleichem Niveau zu halten. "Es gibt wenige Regierungen, die für ihre Großzügigkeit gelobt werden müssen, darunter Deutschland", sagte Gates. 

Experten zufolge sind Mädchen zwischen 11 und 19 Jahren der Schlüssel zu einer erfolgreichen Bekämpfung der HIV-Epidemie in Afrika. "Junge Mädchen und Frauen in Afrika haben das höchste Infektionsrisiko", sagte der Präsident der Internationalen Aids-Gesellschaft, Chris Beyrer. Bislang sei der Altersgruppe zu wenig Beachtung geschenkt worden, mahnte die HIV-Expertin Linda-Gail Bekker von der Universität Kapstadt. "Darauf müssen wir uns jetzt konzentrieren", forderte Bekker. Sonst sei der Kampf gegen die Epidemie nicht zu gewinnen. 

Aids ist in Afrika immer noch die Todesursache Nummer eins bei den 11- bis 19-Jährigen, weltweit ist es die zweithäufigste Todesursache. Die Zahl der Todesfälle in der Altersgruppe ist zuletzt auf rund 100 000 angestiegen. Besonders gefährdet sind Mädchen und junge Frauen in Armenvierteln. Zum Teil fehlt ihnen das nötige Wissen zur HIV-Prävention, teils fehlt die soziale und wirtschaftliche Unabhängigkeit, um beim Geschlechtsverkehr auf die Verwendung von Kondomen zu bestehen. 

Die internationale Gemeinschaft hat sich im Juni auf das Ziel verständigt, die Aids-Epidemie bis 2030 zu beenden. Experten warnen jedoch, dass das optimistische Ziel nur schwer innerhalb von 14 Jahren erreichbar sein wird. Die noch bis Freitag dauernde Welt-Aids-Konferenz in Südafrika bringt rund 18 000 Forscher, Aktivisten und Regierungsvertreter zusammen. 

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