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Booster gegen Omikron: Wie gut schützt die Corona-Impfung? Experten liefern Antworten

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Von: Patrick Mayer

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In dieser Corona-Pandemie im Fokus: der Impfausweis.
In dieser Corona-Pandemie im Fokus: der Impfausweis. © IMAGO / Lobeca

Die Omikron-Variante wirft Fragen auf: Wie gut wirken die Impfungen gegen die Mutation des Coronavirus? Gibt es Unterschiede zwischen den Impfstoffen? Eine Spurensuche.

München/Marburg - Die Omikron-Variante ist auf dem Vormarsch. In Deutschland. In Europa. Auf der Welt. Ersten Erkenntnissen zufolge ist die Corona-Mutation noch viel ansteckender, die Krankheitsverläufe sollen aber meist milder sein - insbesondere bei Geimpften. Aber: Wie gut schützen Impfungen vor Omikron? Welcher Impfstoff bietet einen besonders guten Schutz bei einer Infektion mit der Virus-Variante? IPPEN.MEDIA fasst Erkenntnisse zusammen:

Omikron: Wie gut schützt eine Corona-Impfung dagegen?

Seit Wochen zeichnet sich in der Coronavirus-Pandemie eines ab: Die Impfungen schützen nur bedingt vor einer Infektion mit der Omikron-Variante. Aber: Die Wahrscheinlichkeit schwerer Krankheitsverläufe ist bei Geimpften offenbar um ein Vielfaches geringer als bei Ungeimpften. „Der reine Schutz vor Ansteckung mit Omikron wird mit den jetzigen Impfstoffen immer suboptimal sein“, zitiert das Nachrichtenportal ntv.de den Immunologen Carsten Watzl: „Die Impfstoffe tun trotzdem, was sie sollen: Sie schützen vor schweren Verläufen, und das sehen wir aktuell bei Omikron.“

Zur Einordnung: Watzl ist der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie aus dem hessischen Marburg. Bei Twitter verwies er jüngst in einem Posting auf „neue Daten zur Effektivität der Impfung gegen einen schweren COVID-19 Verlauf mit Omikron“. Heißt: Wie wahrscheinlich ist es, dass eine Impfung das Risiko einer Hospitalisierung wegen einer Omikron-Infektion verhindert oder zumindest mindert. Bis sechs Monate nach der zweiten Dosis bietet seiner Ansicht nach eine Immunisierung durch Impfung einen 72-prozentigen Schutz - auch vor einer möglicherweise notwendigen Einlieferung ins Krankenhaus.

Omikron: Schütz eine Booster-Impfung (noch) besser gegen die Corona-Variante als zwei Impfungen?

Der Schutz nach einer Booster-Impfung liegt laut Watzl dagegen sogar bei 88 Prozent. Der ntv.de-Bericht bezieht sich auf eine aktuelle Analyse der britischen Gesundheitsbehörde UKHSA. So hätten gerade ältere und alte Menschen durch Booster-Impfungen einen hohen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen - selbst nach einer Ansteckung mit der Omikron-Variante. Drei Monate nach der Auffrischungsimpfung liegt der Schutz vor einer Hospitalisierung für Menschen ab 65 Jahren demnach bei rund 90 Prozent.

Und: Zuletzt verwies Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité in seinem viel zitierten Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info auf Studiendaten des Statens Serum Institut aus Kopenhagen („SARS-CoV-2 Omicron VOC Transmission in Danish Households“, d. Red.). In der Studie wurden 11.937 dänische Haushalte mit 27.874 Haushaltsmitgliedern nach einer Omikron-Ausbreitung untersucht. Bei 6.397 Personen wurde eine Sekundärinfektion festgestellt, also eine zweite Ansteckung mit dem Coronavirus. 31 Prozent der besagten Fälle wurden auf Omikron zurückgeführt, 21 Prozent auf Delta.

Im Video: Mit dem Piks gegen Omikron - Wie gut schützt die Corona-Impfung?

In der Zusammenfassung heißt es: „Die Studie ergab eine erhöhte Übertragung bei ungeimpften Personen und eine verringerte Übertragung bei Personen mit Auffrischungsimpfung im Vergleich zu vollständig geimpften Personen.“ Vereinfacht ist die Annahme der Wissenschaft, dass nach einer Booster-Impfung in einem Menschen mehr Antikörper gegen das Virus zirkulieren.

Omikron: Schütz ein bestimmter Impfstoff besser als andere gegen die Corona-Variante?

Gibt es aber Unterschiede in der Wirksamkeit der bisherigen Impfstoffe gegen Omikron? ntv.de zitiert erneut den Immunologen Carsten Watzl. „Moderna ist der etwas bessere von den beiden mRNA-Impfstoffen - einfach, weil er die höhere Dosis verwendet“, erklärt der Marburger Wissenschaftler. Seiner Einschätzung nach seien Geimpfte, die das Moderna-Vakzin erhielten, „einen Ticken“ besser gegen Omikron geschützt als Geimpfte, die zum Beispiel den Impfstoff von Biontech verabreicht bekamen.

Im selben Bericht wird vorsorglich darauf verwiesen, dass Pauschalaussagen zu Unterschieden in der Wirkung der Impfstoffe bei Omikron laut Sebastian Ulbert, einem Impfstoffexperten vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig, derzeit noch nicht möglich sind. Ulbert erklärt: „Bei den wenigen Studien bisher zum Schutz vor Omikron wurden vor allem Ansteckungen oder Infektionen mit leichten Symptomen betrachtet.“ (pm) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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