Birma erlaubt UN-Hubschrauber - Ban Ki Moon sieht Juntachef Freitag

Rangun/Bangkok - Die Vereinten Nationen haben der Militärjunta in Birma fast drei Wochen nach dem verheerenden Zyklon die Zusage zum Einsatz von Hubschraubern abgerungen.

Damit sollen die Hilfsgüter schneller in die entlegenen Dörfer des Katastrophengebiets gebracht werden, wo noch immer zehntausende Menschen auf ausreichende Versorgung warten. "Ich hoffe, wir können die ganze Hilfsaktion ausweiten und beschleunigen", sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf dem Weg nach Birma am Mittwoch in Bangkok. Er wollte an diesem Donnerstag in das Katastrophengebiet reisen und am Freitag als erster Ausländer mit Juntachef Than Shwe zusammentreffen.

Nach Angaben der "US-Kampagne für Birma" wurden vor dem Besuch des UN-Chefs im Katastrophengebiet Zyklon-Opfer in ihre zerstörten Dörfer zurückbeordert. In Bogale werde eine Modell-Zeltstadt mit blauen UN- Zelten aufgebaut, in denen Mitglieder der USDA, einer Massenorganisation des Militärs, als Flüchtlinge für Ban posieren sollen. Kinder, die ihre Eltern verloren hätten, würden als Soldaten in die Armee gezwungen. Der Ortsvorsteher von Hlaingtharyar schwärze Überlebende als faule Schnorrer an, die nicht arbeiten wollten und zwinge private Spender, ihre Hilfsgüter abzuliefern, damit "der Staat sie gerecht verteilen" könne. In Kawhmu seien am Sonntag 80 verzweifelte Flüchtlinge festgenommen worden, die am Straßenrand gebettelt hatten, weil sie bis dahin keinerlei Hilfe erhalten hatten.

Am Sonntag findet in Rangun eine Geberkonferenz statt, an der aus Berlin der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler (SPD) teilnimmt. Der Generalsekretär der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN, Surin Pitsuwan, war zur Vorbereitung am Mittwoch in Rangun. "Er bedankte sich bei der Regierung Birmas für ihre Gastfreundschaft und die Gelegenheit, dem Regierungschef Thein Sein einen Höflichkeitsbesuch abzustatten", teilte ASEAN mit. Die Stellungnahme enthielt keinen Hinweis darauf, dass die Zeit drängt.

"Wir wollen Birma zu nichts zwingen, weil wir mit Birma befreundet sind, aber wir hoffen, dass sie die Notwendigkeit einsehen, mehr ausländische Katastrophenexperten ins Land zu lassen", sagte Thailands Außenminister Noppodon Pattama. Die Junta verweigert den meisten ausländischen Helfern nach wie vor Visa. Nur ein Ärzteteam aus Thailand durfte im Katastrophengebiet Patienten behandeln, berichtete die Staatszeitung "Neues Licht von Birma". Erst ein Viertel der bis zu 2,5 Millionen Bedürftigen haben von den Vereinten Nationen ausreichend Hilfe erhalten. Nach Angaben des Kinderhilfswerks UNICEF leidet bereits jedes dritte Kind im Irrawaddy-Delta an Durchfall.

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