1. Startseite
  2. Welt

Bischöfin ruft zu Boykott von Madonna-Konzerten auf

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null

- Düsseldorf - Vor dem Konzert der Pop-Sängerin Madonna in Düsseldorf hat die Staatsanwaltschaft ihre Absicht bekräftigt, den Auftritt strafrechtlich zu prüfen. Es liege die Strafanzeige eines Bürgers vor, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf, Johannes Mocken.

Die Ermittler wollen den Auftritt unter anderem auf der Grundlage von Zeitungsberichten bewerten, aber nicht selbst vor Ort sein. Nach Angaben des Tourveranstalters waren wenige Stunden vor dem Konzert in Düsseldorf etwa 40 000 Karten verkauft.

Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat Popsängerin Madonna für ihre Bühnenshow scharf kritisiert und zu einem Boykott ihrer Konzerte aufgerufen. «Sich selbst an die Stelle Jesu zu setzen, auch nur symbolisch, ist eine Selbstüberschätzung ungeheuren Ausmaßes», sagte die Bischöfin der dpa. Der US-Star hängt während seiner Bühnenshow zeitweise an einem Kreuz und trägt eine Dornenkrone. Die 47-Jährige sollte am Sonntagabend in Düsseldorf auftreten und gibt am Dienstag ein Konzert in Hannover.

Der Veranstalter der Madonna-Konzerte in Deutschland, die Marek Lieberberg Konzertagentur, wollte nicht Stellung nehmen zu den Vorwürfen. «Das ist Sache der Künstlerin», sagte eine Sprecherin. Ihr oblägen die Inhalte der Show. Durch die Freigabe eines Bereichs seien kurzfristig noch Karten für das Konzert in der Düsseldorfer LTU-Arena erhältlich. Bis Samstag sei das Konzert ausverkauft gewesen.

Käßmann meinte, «eigentlich hätte ich Madonna mehr zugetraut, gerade weil sie sich ja selbst als religiös bezeichnet. Aber vielleicht kann ein alternder Star nur noch zusätzliche Aufmerksamkeit erregen, wenn er religiöse Gefühle verletzt». «Für uns als Christen ist das Kreuz das Zeichen für das Leiden und Sterben Jesu, es hat für uns einen tiefen religiösen Inhalt», betonte die evangelische Bischöfin. «Was hier zur Show gemacht wird, tut uns weh, verletzt unsere religiösen Gefühle.»

Diese Provokation solle nicht zugelassen werden, sagte Käßmann. «Ich rate dazu, Madonna zu ignorieren, denn das dürfte sie am meisten treffen. Stars beenden ihre Karriere, der christliche Glaube bleibt.» Das Konzert in Hannover ist seit langem ausverkauft.

Auch Vertreter des Erzbistums Köln, des Vatikans und der russisch- orthodoxen Kirche hatten Kritik an der Bühnenshow geübt. Der katholische Hildesheimer Bischof Norbert Trelle wollte sich nach Angaben seines Sprechers nicht zu dem Thema äußern.

Anders als die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft will die Ermittlungsbehörde in Hannover den Madonna-Auftritt nicht näher beobachten. «Ich sehe keinen Anhaltspunkt für eine Störung des öffentlichen Friedens. Ermittlungen würden wir nur aufnehmen, wenn jemand Anzeige erstattet», sagte eine Sprecherin.

Auch interessant

Kommentare