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Bischof Marx kritisiert Todesumstände

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- Trier - Der Trierer Bischof Reinhard Marx hat die Umstände des Todes der amerikanischen Komapatientin Terri Schiavo kritisiert. Der Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen in der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) sagte unter Berufung auf die Ärztekammer in Deutschland, Wachkoma-Patienten seien keine Sterbenden, und das Abschalten der Nahrungsversorgung im Sinne von Sterbehilfe sei unzulässig.

 "Der Wille der Patientin konnte offensichtlich nicht eindeutig festgestellt werden, so dass gelten muss: Im Zweifel für das Leben", sagte Marx in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

"Die Kirche spricht sich nicht für unbegrenzte lebenserhaltende Maßnahmen aus. Jeder Mensch hat das Recht darauf zu bestehen, dass dann, wenn der Prozess auf den Tod hin unwiderruflich eingesetzt hat, nicht alle künstlichen Instrumente angewandt werden", ergänzte Marx. Wichtig sei vor allem, dass nicht das Sterben aktiv herbeigeführt und medizinisch alles getan werde, was Schmerzfreiheit ermögliche. "Aber wenn der Tod naht, muss man sich nicht mit allen Mitteln ihm entgegensetzen, sondern braucht Hilfe beim Sterben, nicht zum Sterben."

Marx sprach sich dabei für Patientenverfügungen aus. "Wir müssen weiter dringend darüber sprechen, welche Reichweite und Verbindlichkeit eine solche schriftliche Patientenverfügung haben kann", erklärte der Bischof. Die Verfügung dürfe keine Bitte um aktive Tötung sein, etwa im Falle einer schweren Erkrankung. "Das wäre ja dann eine Bitte um Beihilfe zur Selbsttötung." Ärzte, Pflegepersonal und gesetzliche Betreuer müssten ihre Verantwortung behalten.

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