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Papst Franziskus wird Bischof Tebartz-van Elst angeblich am Montag empfangen

Bruder: Er ist kein Autist

Papst trifft Protz-Bischof am Montag

Rom - Seit einer Woche wartete Bischof Tebartz-van Elst auf eine Audienz beim Papst. An diesem Montag redet der umstrittene Limburger Oberhirte nun mit Franziskus. Sein Bruder weist unterdessen Berichte über eine Autismus-Erkrankung zurück.

Nach tagelangem Warten auf ein Gespräch mit dem Papst bekommt der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst an diesem Montag eine Audienz bei Franziskus. Ein Sprecher des Bistums Limburg bestätigte am Sonntag entsprechende Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). Eine Uhrzeit für das Treffen im Vatikan nannte der Sprecher nicht. Tebartz-van Elst befindet sich seit Sonntag voriger Woche in Rom, ein Termin bei Papst Franziskus war bislang nicht zustande gekommen.

Tebartz-van Elst sei nicht bereit, freiwillig das Amt aufzugeben, berichtete die „FAS“. Der Limburger Bistumssprecher nannte dies eine Spekulation. Der Bischof werde abwarten, was der Prüfbericht der von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzten Kommission ergebe. Seit vergangenem Freitag untersuchen Kassenprüfer, wie es zu der enormen Kostensteigerung beim Neubau der Bischofsresidenz in Limburg kommen konnte. Wann der Bericht der Kommission vorliegen wird, ist unklar.

Strafbefehl wegen Falschaussage

Die Baukosten waren noch im Dezember 2010 auf 5,5 Millionen Euro beziffert worden, inzwischen liegen sie bei mehr als 31 Millionen Euro. Tebartz-van Elst steht deshalb unter Druck. Zudem hat die Staatsanwaltschaft Hamburg einen Strafbefehl wegen Falschaussage gegen den Bischof beantragt. Dabei geht es um Aussagen des Geistlichen wegen eines Erste-Klasse-Flugs nach Indien.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Robert Zollitsch, hatte am Donnerstag den Fall mit Franziskus besprochen. Angaben der FAS, der Papst habe dabei entsetzt aufgestöhnt, wies DBK-Sprecher Matthias Kopp auf dpa-Anfrage als reine Spekulation zurück, zumal sich Zollitsch nicht zu Inhalten der Audienz geäußert habe. Auch der Sprecher des Bistums Limburg sprach von reiner Spekulation.

Der Bruder von Bischof Tebartz-van Elst wies unterdessen Berichte über eine Autismus-Erkrankung des Kirchenmannes zurück. In einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, betonte der Freiburger Psychiatrie-Professor Ludger Tebartz-van Elst: „Als Bruder des Bischofs von Limburg und als Arzt kann ich aufgrund meiner Fachkenntnis und meiner Kenntnis der Biografie meines Bruders klar erklären, dass er weder an einem Asperger Syndrom noch an einer anderen Variante von Autismus leidet.“

Er wolle davor warnen, „medizinische Krankheitsbegriffe als Mittel der Auseinandersetzung in persönlichen oder institutionellen Konflikten und Machtkämpfen zu missbrauchen“, erklärte der Mediziner. Mit Bestürzung habe er verfolgt, wie sein Bruder nicht nur heftig kritisiert, „sondern mit böswilligen Unterstellungen und persönlichen Verunglimpfungen in seiner menschlichen Existenz angegriffen wird“. Zuvor hatte die FAS berichtet, der Bruder habe Vertrauten angeblich gesagt, der Bischof leide unter dem Asperger-Syndrom, einer Form von Autismus.

Limburg freut sich über mehr Touristen

Die Affäre um ihren Bischof beschert der Stadt Limburg derzeit einen starken Zustrom von Besuchern. „Es kommen deutlich mehr Touristen her als sonst üblich im Herbst“, sagte Limburgs Erster Stadtrat Michael Stanke (CDU). Nach seinen Worten sehen viele Menschen auf der nahen Autobahn das Schild Limburg und fahren spontan ab. Auch die Zugriffzahlen auf die Internetseite der Stadt hätten sich auf täglich 5000 verdoppelt, berichtete er.

Laut „Focus“ haben in einer Emnid-Umfrage drei Viertel der Befragten Verständnis dafür geäußert, dass Christen wegen des Skandals um den Limburger Bischof aus der Kirche austreten. Das Meinungsforschungsinstitut befragte für das Magazin am 16. und 17. Oktober 1009 repräsentativ ausgewählte Personen.

Im Bistum Limburg häufen sich momentan Kirchenaustritte. Laut „Focus“ sind in Wiesbaden nach Angaben des Amtsgerichts allein am vergangenen Montag 25 Christen aus der Kirche ausgetreten, üblich seien 3 an einem Tag. Am vergangenen Montag hätten darüber hinaus in Frankfurt 31, in Limburg 29 und in Wetzlar 10 Menschen der Kirche den Rücken gekehrt. Im Bistum Limburg leben insgesamt rund 650 000 Katholiken.

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kna/AFP/dpa

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