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Bischof Konrad Zdarsa sitzt am Samstag im Dom von Augsburg auf dem Bischofsstuhl. In einem Gottesdienst wurde Zdarsa in sein neues Amt als Bischof der Diözese Augsburg eingeführt.

Mixa-Nachfolger Zdarsa ins Amt eingeführt

Augsburg - Bei einem Festgottesdienst ist Konrad Zdarsa in sein neues Amt als Bischof von Augsburg eingeführt worden. Der Nachfolger von Walter Mixa hat die Katholiken eindringlich zu einem gelebten Glauben aufgerufen.

Der 66-Jährige nahm am Samstag erstmals auf der Kathedra, dem Bischofsstuhl, im Hohen Dom zu Augsburg Platz. Anschließend überreichte ihm der Apostolische Nuntius, Erzbischof Jean-Claude Périsset, als Vertreter von Papst Benedikt XVI. den von einem Münchner Künstler neu gestalteten Hirtenstab. In seiner ersten Predigt als Augsburger Bischof rief Zdarsa die Menschen zu gelebtem Glauben auf. Zugleich kritisierte er die Berichterstattung der Medien. Alltag und gelebter Glaube dürften nicht von einander getrennt werden, mahnte Zdarsa. Die Christen müssten in der Öffentlichkeit mehr Flagge zeigen, forderte Zdarsa. Allerdings müssten dafür moderne Formen gefunden werden, dies dürfe “nicht in Stil und Sprache aus dem 18. Jahrhundert“ geschehen.Auch in der Öffentlichkeit müssten Christen mit dem Evangelium argumentieren, “wenn auch nicht in Stil und Sprache aus dem 18. Jahrhundert“. Der Bischof beklagte ferner eine “einseitig negative Darstellung eines ganzen Bistums und seiner “Gläubigen“. Dagegen habe er sich in den vergangenen Wochen zunehmend zur Wehr gesetzt. Zdarsa rief die Gläubigen auf, sich nicht entmutigen zu lassen.

Nachfolger von Mixa

Zdarsa, bislang Bischof von Görlitz, ist Nachfolger von Walter Mixa, der vor einem halben Jahr wegen Untreue- und Prügelvorwürfen zurückgetreten war. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, sagte, die vergangenen Monate seien für die Diözese und für Mixa “eine schwierige Zeit der Bedrängnis, der Abschottung, der inneren Auseinandersetzung, häufig der Anfeindung von außen“ gewesen. Benötigt werde jetzt “das Band der Einheit, das aus einem Nebeneinander immer mehr ein Miteinander und ein Füreinander bei aller Verschiedenheit möglich macht“. Zdarsa werde seinen Teil dazu beitragen, werde den Ausgleich und Dialog suchen. Der DBK-Vorsitzende appellierte an die Gläubigen: “Nehmt Euren Bischof mit offenen Armen auf.“ Nuntius Périsset bezeichnete Zdarsas Wahlspruch “Denn er ist unser Friede“ als ein “ausgezeichnetes Omen“ für seinen Dienst im Bistum Augsburg. Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) sagte, Zdarsa übernehme ein Bistum, “das sich vor kurzem noch in Aufruhr befand, das von Rissen durchzogen ist“. Sie wünsche den neuen Bischof die Kraft, die Diözese wieder zu einen, die Zerrissenheit zu heilen und neues Vertrauen zu säen“. 

Großer Andrang

Im Augsburger Dom nahmen mehr als 2500 Menschen an dem Gottesdienst teil, darunter viele Prominente aus Kirche, Politik und Gesellschaft. Wegen des großen Andrangs musste ein Teil der Gläubigen in einen Saal des Kolpinghauses ausweichen und verfolgte dort die Fernsehübertragung. und verfolgten dort gemeinsam die Fernsehübertragung. Nach der Messfeier zog der neue Bischof mit den Gläubigen durch die Augsburger Fußgängerzone zu einem “Fest der Begegnung“. Unterwegs waren unter dem Motto “Volks Gottes auf dem Weg“ etwa 20 Stationen aufgebaut, an denen sich Gruppen aus der Diözese präsentierten. Für den Nachmittag war ein zweistündiger Festakt geplant.

dpa

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