+
Bischof Franz-Peter Tebartz-van-Elst hatte dem Bistum Limburg schlechte Schlagzeilen beschert. Nun legte das Bistum seine Finanzen vor.

Nach dem Skandal

Bistum Limburg legt Finanzen offen

Limburg -  Das durch den Finanzskandal um seinen früheren Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst belastete Bistum Limburg hat sein Vermögen offengelegt. Damit will es Vertrauen zurückgewinnen.

"Das wichtigste Kapital der Kirche ist das Vertrauen der Menschen", sagte der ständige Vertreter des apostolischen Administrators, Wolfgang Rösch, am Freitag bei der Vorstellung der finanziellen Situation des Bistums. Das Vermögen werde zum ersten Mal in diesem Umfang dargestellt.

Das Bistum Limburg weist nach Angaben von Finanzdezernent Gordon Sobbeck eine Bilanzsumme von rund 909 Millionen Euro aus. Mit 811 Millionen Euro sei der größte Teil im Anlagevermögen der Körperschaft gebunden. Dem Vermögen stünden Verpflichtungen und Vorsorgepositionen gegenüber, erklärte Sobbeck. So gebe es etwa einen Versorgungsfonds zur Sicherung der Altersversorgungsansprüche von Geistlichen, Beamten und Pfarrhaushälterinnen in Höhe von rund 204 Millionen Euro.

Der Finanzdezernent hob zudem hervor, dass sich die Zahl der Katholiken tendenziell verringere und damit das Kirchensteueraufkommen langfristig sinken werde. Nur durch sparsame Haushaltswirtschaft und konsequente Vorsorge könne sich das Bistum der Zukunft verantwortungsvoll stellen. Im vergangenen Jahr standen dem Bistum nach eigenen Angaben Kirchensteuern von rund 191 Millionen Euro zur Verfügung. Davon floss mit 109 Millionen Euro mehr als die Hälfte in die Seelsorge der Pfarreien.

Das Bistum Limburg war wegen der hohen Kosten für einen neuen Bischofssitz in die Kritik geraten. Papst Franziskus hatte Ende März das Rücktrittsgesuch des zuvor bereits seit Oktober als Bischof suspendierten Tebartz-van Elst angenommen. Eine kircheninterne Prüfung der Baukosten für den Bischofssitz hatte schwere Fehler aufgezeigt.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wegen Kopftuch: Heftige Kritik an Werbespot von REWE-Tochter
Die österreichische Rewe-Tochter BIPA zeigt in einem Werbespot eine Frau mit Kopftuch - und entfacht damit heftige Diskussionen. Mit diesem Echo hatten sie wohl nicht …
Wegen Kopftuch: Heftige Kritik an Werbespot von REWE-Tochter
„Größter Döner der Welt“ - Berliner knacken knapp den Rekord
Das konnte nur in Berlin passieren: Dort ist der „größte Döner der Welt“ fabriziert worden. Eine Tonne hätte er wiegen können - hätte es da nicht ein altbekanntes …
„Größter Döner der Welt“ - Berliner knacken knapp den Rekord
Optikergeschäft „verwüstet“: Wildschwein verletzt vier Menschen
Wilde Szenen in Schleswig-Holstein: In Heide hat ein Wildschwein-Duo am helllichten Tag die Innenstadt unsicher gemacht. Die Einwohner mussten vier Stunden das Zentrum …
Optikergeschäft „verwüstet“: Wildschwein verletzt vier Menschen
Nach Missbrauchsvorwürfen: Ermittlungen gegen Weinstein
Dutzende Frauen werfen dem Filmproduzenten Harvey Weinstein sexuelle Übergriffe vor, einige auch Vergewaltigung. Die Polizei in Los Angeles hat in einem Fall …
Nach Missbrauchsvorwürfen: Ermittlungen gegen Weinstein

Kommentare