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Die Namen der geretteten Juden sind aufgelistet auf Schindlers Liste.

Wem gehören die Dokumente?

Bitterer Rechtsstreit um Schindlers Liste

Jerusalem - Schindlers Liste ist weltbekannt: In Jerusalem ist offenbar ein erbitterter Rechtsstreit um diese Auflistung von jüdischen Zwangsarbeitern, die vor der Ermordung durch die Nazis gerettet wurden, entbrannt.

Ein Streit um die Besitzansprüche an Schindlers Liste beschäftigt nach Presseinformationen gegenwärtig die Justiz in Jerusalem. In der vergangenen Woche ließ das Bezirksgericht der Stadt ein Gesuch der Vermächtnisnehmerin von Schindlers Frau Emilie zu, wie die Zeitung "Haaretz" am Sonntag berichtete. Die Klägerin verlangt demnach von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem die Herausgabe der historischen Dokumente, die Oskar Schindler hinterließ, und die 1999 aus Deutschland nach Jerusalem gelangten. Dazu gehört die Liste, mit deren Hilfe der Fabrikant 1200 jüdische Zwangsarbeiter vor der Ermordung durch die Nazis rettete.

Nachdem die Jerusalemer Richter den Antrag von Yad Vashem verwarfen, die Klage abzuweisen, kommt es nun zu einem Hauptverfahren, in dem das Privatleben des Ehepaares Schindler eine zentrale Rolle spielen dürfte. Berühmt wurde Schindlers Liste durch den gleichnamigen Film von Steven Spielberg aus dem Jahr 1993, der mit sieben Oscars ausgezeichnet wurde. Die Liste war in einem Reisekoffer voller persönlicher Dokumente erst 1999, 25 Jahre nach dem Tod Oskar Schindlers, in Hildesheim entdeckt worden.

Schindler war 1950 mit seiner Frau Emilie nach Argentinien ausgewandert, sieben Jahre später aber alleine nach Deutschland zurückgekehrt. Dort war er eng mit den Eheleuten Staehr befreundet, auf deren Dachboden der Koffer bei einer Entrümpelung gefunden wurde. Wie er dorthin gelangte und ob er danach rechtmäßig über die "Stuttgarter Zeitung" an die Holocaust-Gedenkstätte weitergereicht wurde, will nun das Bezirksgericht in Jerusalem aufklären.

Bei der Klägerin handelt es sich um Erika Rosenberg, eine Jüdin aus Argentinien. Sie war eng mit Emilie Schindler befreundet, schrieb deren Biografien und wurde von ihr als Vermächtnisnehmerin eingesetzt. Schon 1999 hatte sie nach eigenen Angaben im Namen der Ehefrau Schindlers vergeblich die Herausgabe des Dokumentenkoffers verlangt, der von den Findern zunächst an die "Stuttgarter Zeitung" zwecks journalistischer Auswertung gegeben worden war. Emilie Schindler starb zwei Jahre darauf.

Nach Rosenbergs Darstellung hatte Annemarie Staehr die Dokumente unbefugt aus Schindlers Frankfurter Wohnung geholt, nachdem dieser 1974 in Hildesheim starb, als er sie besuchte. Nach dem Fund des Koffers im Jahr 1999 sei dieser heimlich nach Israel "geschmuggelt" und Yad Vashem übergeben worden, sagte Rosenbergs Rechtsanwalt Naor Jair Mana der Zeitung "Haaretz".

Die Holocaust-Gedenkstätte widerspricht dieser Darstellung: Oskar Schindler habe den Koffer noch zu seinen Lebzeiten "seiner sehr engen Freundin" Staehr übereignet, "die vielleicht die wichtigste Person in seinem Leben war", erklärte eine Sprecherin.

Laut "Haaretz" wird es in dem Gerichtsverfahren nun auch darum gehen aufzuklären, ob es zwischen dem Ehepaar Schindler in der Nachkriegszeit überhaupt noch eine engere Verbindung gab. Yad Vashem bezichtigt die Klägerin Rosenberg in ihrer Eingabe bei Gericht, nur "aus eigennützigem Gewinnstreben" in den Besitz der Dokumente und insbesondere von Schindlers Liste gelangen zu wollen.

AFP

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