Er wurde beinahe entsorgt

„Wissenschaftliche Sensation“: Stein liegt 30 Jahre lang in Garten in Baden-Württemberg - jetzt ist das Ausmaß klar

  • vonMarius Epp
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Ein Mann aus Blaubeuren wusste seit 30 Jahren, dass ein „komischer“ Stein in seinem Garten liegt. Er wusste aber nicht, dass dieser Stein eine Sensation ist.

  • Beim Ausheben eines Grabens hat ein Mann vor 31 Jahren einen seltsamen Stein gefunden.
  • Jahrzehntelang lag der Stein herum und wurde fast entsorgt.
  • Jetzt entpuppte sich der Fund als wissenschaftliche Sensation.

Blaubeuren/Ulm - Hansjörg Bayer wunderte sich jahrzehntelang über den ungewöhnlichen Stein, den er einmal ausgegraben hatte und der seitdem in seinem Garten lag. Aber auf die Idee, dass es ein Meteorit sein könnte, kam er erst 31 Jahre später. Er ließ ihn zu einem Fachmann bringen, der stellte fest: Es handelt sich um den größten Meteoriten, der jemals in Deutschland gefunden wurde.

Blaubeuren: Größter Meteorit Deutschlands entdeckt - „etwas ganz Besonderes“

Das Fundstück wiegt rund 30 Kilogramm, der größte bisher gefundene Meteorit („Benthullen“ bei Oldenburg) brachte nur etwa 17 Kilogramm auf die Waage. Gegen den riesigen Meteoriten, der in Grönland gefunden wurde, ist das jedoch nichts. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bezeichnete den Fund als „wissenschaftliche Sensation“. Meteoritenfunde seien extrem selten, sagt Meteoritenforscher Dieter Heinlein. „Das ist etwas ganz Besonderes“, so der Experte. Der Gesteinsbrocken aus dem All wurde nach seinem Fundort in Baden-Württemberg benannt: „Blaubeuren“.

Meteoriten-Fund in Blaubeuren: Finder wollte extrem seltenen Fund schon wegschaffen

Über die Jahrhunderte hatte es in Deutschland nur 52 Funde gegeben. - sie sind sehr wertvoll, um wissenschaftliche Schlüsse über das Universum zu erlangen. Hansjörg Bayer hatte den Stein bereits 1989 entdeckt, als er ein Rohr verlegen wollte. „Ich habe schon damals gemerkt, dass der Stein besonders ist.“ 2015 war er sogar kurz davor, ihn zu entsorgen: „Eigentlich lag er schon auf dem Anhänger, um ihn wegzuschaffen“. Glücklicherweise entschied er sich dagegen und lagerte das Fundstück im Keller, bevor er es schlussendlich zur Begutachtung abgab. In einem Video auf Twitter zeigt das DLR, wie der Stein aufgeschnitten wird.

Henlein vermutet, dass der Meteorit bei seinem Absturz mit 250 Stundenkilometern auf die Erde geprallt ist. Wie lange das her ist, sei schwer zu sagen. Er geht von hundert bis einigen tausend Jahren aus. Nun wird der Meteorit im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren ausgestellt. Im April war am Himmel ein herabstürzender Meteorit in der Nähe der A9 in Bayern zu sehen*. Er wurde jedoch noch nicht gefunden. (epp) *tz.de ist Teil des Ippen-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Gabriele Heinlein/dpa

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